Seit meinem ersten Artikel über kreatives Vokabellernen hat sich meine Lernmethode mehrfach verändert. Und weitere Lernstrategien sind dazu gekommen.
Da ich nun niemandem zumuten möchte sich durch einen Haufen Artikel zu kämpfen, werde ich in diesem Artikel die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen. Auch zusätzliche Ideen und Änderungen findet Ihr in Zukunft auf dieser Seite.
Bei den Vokabeln der Woche habe ich zusätzlich alle bisher verwendeten Vokabeln zusammengefasst und die Artikel der Serie verlinkt.
Ganz einfach anfangen und Routine entwickeln
Viele Sprachen zu sprechen ist ein großer Traum von mir. Das wäre wohl in der Top 5 meiner Wunsch-Superkräfte
Viele Fremdsprachen zu lernen ist dagegen … aehm … anstrengend!
Um mich zu motivieren habe ich mir fürs Erste nur sehr Wenig vorgenommen. Erst wollte ich eine Routine entwickeln bevor ich meine Bemühungen steigerte.
Ich habe also mit „nur“ 2 Sprachen angefangen: Da ich meinen nächsten Urlaub in Frankreich verbringen möchte und alles Japanische unheimlich interessant finde sind Französisch und Japanisch einfach naheliegend.
Nur eine neue Vokabel pro Tag
Um mir den Einstieg so einfach wie möglich zu machen, wollte ich pro Sprache nur eine Vokabel täglich lernen. Das klingt extrem einfach – motivierender geht’s nicht. Trotzdem kommen mit dieser Methode innerhalb eines Jahres ganze 365 Vokabeln zusammen. Damit lassen sich immerhin schon einige einfache Texte verstehen.
Leider blieb es nicht bei dieser einen Vokabel täglich, da ich die störende Angewohnheit habe das Gelernte irgendwann wieder zu vergessen. Also sind Wiederholungen zwingend nötig. Momentan bin ich bei einem Lernaufwand von 9 Vokabeln täglich angekommen – davon ist aber nur Eine neu. Das klingt schon schwieriger, ist aber trotzdem machbar. Bisher lief es sogar ganz gut.
Vorarbeiten
Bevor ich anfange die Vokabeln zu lernen, schreibe ich sie erst in meinen Kalender. Jeder Tag erhält einen Eintrag. Danach schreibe ich einen Blogartikel und denke mir dabei verrückte Merkhilfen aus. Je ‘merkwürdiger’ die Geschichte desto leichter setzt sie sich im Gedächtnis fest. Und mit ihr die Vokabeln.
Sobald ich Zeit habe aktualisiere ich danach meine Vokabellisten bei smart.fm:
Durch diese Vorarbeiten bringe ich schon einige Wiederholungen hinter mich. Diese kann ich mir später wieder sparen. Zusätzlich mache ich es Euch hoffentlich einfacher mitzulernen, falls Ihr das möchtet. ☺
Seit meinem ersten Artikel zu dem Thema habe ich meine Lernmethoden etwas verändert und auch neue Methoden ausprobiert. Jede hat ihre Vor- und Nachteile.
Noch bin ich nicht sicher, welche die Effektivste ist. Das kommt wohl immer auf die eigenen Vorlieben an. Ich benutze momentan noch alle Lernmethoden gleichzeitig.
Immer visualisiere ich dabei gedanklich meine Merkhilfen, bis ich die Vokabeln auch ohne diesen Umweg aufsagen kann.
Lernmethode 1: Kalender und Zettel
Jeden Tag schreibe ich die Vokabeln der letzten 7 Tage und die des gleichen Wochentages vor 2 und vor 4 Wochen aus dem Kalender ab und auf einen Zettel. Diesen Zettel schaue ich mir morgens und abends an und frage mich selbst gleich ab.
Falls ich mich nach 4 Wochen immer noch nicht an die Vokabel erinnern kann, kommt sie einfach am aktuellen Tag zusätzlich in meinen Kalender, so dass ich eine Zeit lang eine Extra-Vokabel lernen muss. Es versteht sich von selbst, dass ich versuche das zu vermeiden.
Vorteile: Ich übe täglich auch die Schreibweise der Wörter. Und die vielen Wiederholungen vertiefen den Lerneffekt.
Nachteile: Das Abschreiben ist umständlich. (Um nicht zu sagen langweilig). Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir die Arbeit einfach spare.
Lernmethode 2: Karteikarten
Zusätzlich schreibe ich die Vokabeln auch noch auf Karteikarten und trage diese die ganze Woche mit mir herum. Immerhin sind es nicht viele. Manchmal schreibe ich die Antworten beim Abfragen auf einen Zettel, anstatt sie in nur in Gedanken (oder laut) vor mich hin zu sagen.
Bei einer größeren Anzahl Wörter würde ich aber den klassischen Karteikasten wählen; egal ob als realen Kasten oder als Programm. Wenn man ein Wort gelernt hat kommt es in das nächste Fach. Wenn man es dagegen nicht wusste wandert es eine Stufe zurück. Die ersten Stufen werden dabei häufig abgefragt. Die Hinteren seltener.
Vorteile: Die Karten lassen sich leicht überall hin mitnehmen. Wartezeiten kann man damit gut nutzen um die Karten einfach rauszuholen, sobald man irgendwo in einer Schlange steht oder Bahn fährt.
Ein Karteikasten hilft zusätzlich die widerspenstigen Vokabeln, die sich weigern im Kopf zu bleiben, häufiger zu wiederholen.
Nachteile: Die Karteikarten müssen erst zeitraubend beschriftet werden. (Allerdings muss man das pro Vokabel nur einmal tun. Dafür kann man sie hinterher so oft man will benutzen.)
Mit fertigen Karteikarten kann man das Problem umgehen. Ohne die Schreibarbeit ist der Lerneffekt aber auch geringer.
Lernmethode 3: Online-Vokabeltrainer
Mehrmals wöchentlich starte ich den Vokabeltrainer iKnow bei smart.fm.
Trotz einiger Bugs ist das Lernen damit sehr bequem. Ich muss nur einstellen, ob ich 5 oder 10 Vokabeln auf einmal lernen möchte und die Anwendung wählt die Vokabeln für mich aus. Jedes Mal sind ein oder zwei Neue dabei. Den Rest muss ich nur wiederholen.
Vorteile: Die Anwendung präsentiert mir die zu lernenden Vokabeln in sinnvollen Abständen, so dass ich mich nicht mehr selbst darum kümmern muss. Dazu gibt es häufig Beispielsätze. Die Einträge, und oft auch die Beispiele, kann man sich dabei anhören. (Meist sind die Sounddateien von Muttersprachlern aufgenommen. Manchmal aber nur Computergeneriert.)
Nachteile: Ich lerne zwar die japanischen Schriftzeichen zu tippen, lerne aber nicht sie richtig zu schreiben. Außer ich mache mir die Mühe die Beispiele wieder auf einen Zettel zu schreiben.
Lernmethode 4: Bildwörterbücher
Ich habe meinem Sohn Bildwörterbücher in verschiedenen Sprachen gekauft um ihm Bilder von Gegenständen zeigen zu können, die ich dann auf Deutsch benenne, während ich selbst das französische oder japanische Wort lerne.
Vorteile: Durch die Bilder lernt man das Wort direkt – ohne den Umweg über die eigene Sprache gehen zu müssen. Das Lernen über die Bilder ist anschaulich und somit leichter zu merken und macht mir viel Spaß.
Nachteile: Das Lernen mit Kind klappt nicht wirklich, weil Kinder da nicht mitspielen. Der Kleine blättert einfach weiter, bis er etwas sieht das ihn interessiert. Dann benennt er das Wort selbst und blättert gleich weiter. Ich selbst habe da keine Chance strukturiert zu lernen. Eigentlich müsste man sich das Buch mal alleine anschauen und hoffen, dass es einem nicht aus den Händen gerissen wird.
Tags: Französisch, Japanisch, Lernen, Sprachen, Vokabeln
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