Zu viele Geschenke und zu wenig Zeit – Teil 2

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Langsam bin ich etwas genervt. Denn unser ungebetener Hausgast, die Magen-Darm-Grippe, spielt gerne “Reise nach Jerusalem”. Nach meinem Mann und mir hat sie sich vor ein paar Tagen auf unseren Sohn gesetzt. Der Kleine hat es dafür besser ausgehalten als wir und sie schon fast ganz besiegt.

In letzter Sekunde hat sie es aber geschafft sich Verstärkung zu holen. Nun spielen eine Erkältung und ein fieser Weisheitszahn weiter. Momentan sitzen sie mit ihren spitzen Hintern auf meinem Kopf und hüpfen aufgeregt auf und ab.

Ich kann nur hoffen, dass die Erkältung nicht begriffen hat wie das Spiel funktioniert und meine Familie in Ruhe lässt, bis mein Immunsystem sie genauso elend zugrunde richtet, wie sie mich. Aber Sicherheiten gibt es nicht.

Die Rache am Weisheitszahn ist dagegen schon in Planung. Der darf sich nämlich nächsten Monat vor dem Zahnarzt fürchten.

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Zu viele Geschenke und zu wenig Zeit – Teil 1

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Vielleicht ist Euch ja schon aufgefallen, dass sich seit Weihnachten nur wenige neue Artikel ins Blog verirrt haben. Mir kommt es sogar so vor, als ob mich mein WordPress-Adminbereich vorwurfsvoll anstarren würde.

Grund für den Mangel an Artikeln sind vor allem die vielen Weihnachtsgeschenke, die ich bekommen habe. (Neben einer Magen-Darm-Grippe, die mich gerade daran erinnert wie schlimm die ersten 3 Monate meiner Schwangerschaft waren.)

Ja Ihr habt das richtig gelesen: Die Geschenke sind schuld. ;-)

Vieles von dem, was ich mir gewünscht hatte, wie Keyboard, Lehrbücher und Romane, habe ich unerwartet auch bekommen. Und die Beschäftigung mit den tollen neuen (und auch vielen alten) Sachen hält mich in meiner knappen Freizeit oft vom Schreiben ab.

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Prioritäten verteilen: Bloggen vs. Bügeln

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Folgende Einträge stehen heute (unter Anderem) auf meiner ToDo-Liste:

• Mit dem Kind spielen (Eigentlich, steht es nicht wirklich da. Es ist auch ziemlich unmöglich ein Kind zu vergessen – die sind zwar ganz schön niedlich, aber auch laut und fordernd und haben eine eingebaute Erinnerungsfunktion, wenn sie Aufmerksamkeit brauchen. Hier dient der Eintrag als Beispiel.)
• Stadtbibliothek: Bücher verlängern
• Blogartikel schreiben
• Werbeartikel-Text übersetzen
• Sport
• Bookmarks sortieren
• Spülmaschine ausräumen
• Zeichnen
• Küche aufräumen
• Bügeln (Steht hier auch nur als Beispiel, da ich diese Tätigkeit für so unnötig halte, dass sie von vornherein nie auf meiner Liste auftauchen würde. – Bügelfreie Hemden: Die Kleidung für effektive Zeitplanung.)

Meistens bestimme ich die Reihenfolge meiner Listeneinträge ganz nach Gefühl. Alles was mir an diesem Tag wichtig erscheint kommt nach vorne, der Rest wird dahinter angeordnet. Mein Gefühl sagt mir: Mit dem Kind spielen ist wichtig! Die Küche dagegen verträgt es noch etwas ignoriert zu werden.

Manchmal ist die Reihenfolge aber nicht ganz eindeutig. In diesem Fall überlege ich mir als erstes inwiefern es mir nützt die Tätigkeit zu erledigen, und was passieren würde, wenn ich sie ignorierte. Daraufhin vergebe ich dann Prioritäten. (Inspiriert von der Eisenhower-Methode).

  • Aufgaben, die mein Leben viel besser machen, wenn ich sie erledige oder viel schlechter, wenn ich sie nicht erledige erhalten Priorität 1. (P1)

Mein Sohn belegt den obersten Platz und mit einigem Abstand folgen andere Dinge, wie zum Beispiel dieses Blog. Glücklicherweise geht „mit dem Kind spielen“ oder „Spazieren gehen“ als Sport durch, sonst würde es momentan schlecht um meine Fitness stehen. Denn durch das Kind und das Bloggen bleibt kaum Zeit mich auf dem Heimtrainer zu quälen. (Ich bemitleide mich in diesem Punkt nur wenig. ;-) )

Das Blog ist mir momentan sehr wichtig, weil ich die Schreibroutine brauche. Denn ich habe mir fest vorgenommen in spätestens 10 Jahren mit meinem Roman anzufangen und in weiteren 10 Jahren fertig zu werden. Sobald ich die Routine gewonnen habe, werde ich mich um die Feinheiten des Schreibhandwerks kümmern. Die Kommaregeln werde ich mir also in naher Zukunft leider nicht aneignen können.

Auch ausgeliehene Bücher zu verlängern oder abzugeben kann wichtig sein, je nachdem wie sehr man an seinem Geld hängt. Die Alternative wäre kostspielig.

  • Aufgaben, die mein Leben etwas besser machen, wenn ich sie erledige oder etwas schlechter, wenn ich sie nicht erledige erhalten Priorität 2. (P2)

Sport gehört für mich dazu. Immerhin erhält er die Gesundheit und die Figur. Wenn die Sache nur nicht so anstrengend wäre…
Da Bookmarks ungeordnet unbrauchbar sind hat diese Aufgabe sehr positive Auswirkungen – allerdings ist auch sehr viel Arbeit damit verbunden. Da ich aber auch mit ungeordneten Bookmarks weiterleben kann steht der Punkt eher mittig.

  • Aufgaben, die mein Leben kaum verändern erhalten Priorität 3 (P3)

Zeichnen macht mir Spaß. Ich brauche es aber nicht um mich wohl zu fühlen. Und da es mir bei wichtigeren Tätigkeiten auch nicht hilft steht es weit unten.

Nach dem Verteilen der Prioritäten gehe ich die Liste noch mal von vorne durch. Als erstes schaue ich die Aufgaben aus der dritten Kategorie (P3) an.

Gibt es da Punkte, die in Zukunft wichtig werden könnten? Beispielsweise mag es heute noch nicht wichtig sein die Küche aufzuräumen. Ein Tag Verzögerung könnte aber die zukünftige Arbeit schwieriger machen. Wenn ich meine Zukunft einfacher gestalten will bleibt der Eintrag. Wenn ich aber keine Lust habe an meine Zukunft zu denken, weil ich schon ganz schön viel Anderes zu tun habe, kommt er weg. Auch Aufgaben, die mir Spaß machen bleiben erstmal stehen. Vom Rest kann ich mich guten Gewissens befreien – Lebewohl Bügeln.

Innerhalb der Prioritätenliste stehen die Aufgaben, die bald erledigt werden müssen, also dringlich sind, vor den nicht-dringlichen Aufgaben. Je nach Dringlichkeit können einzelne Punkte aus den unteren Kategorien auch nach oben rutschen. Wenn mein Vater die Übersetzung des Werbeartikel-Textes dringend benötigte, würde dieser Punkt weiter oben stehen.

Daraufhin übertrage ich alles ordentlich in meinen Kalender. Danach kann ich schon anfangen die Aufgaben abzuarbeiten.

Alles was liegen bleibt wird am nächsten Tag aufgeschrieben. Weniger wichtige Tätigkeiten, die ich mehrere Tage oder Wochen hintereinander nicht angehen konnte verbanne ich für einige Zeit, bis sie wieder aktuell werden.

Listen: So schön kann Planung sein – Teil 2

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Wie ich auf die Idee kam, Listen zu erstellen, weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich eines Tages viel zu tun hatte und alles was ich mir vorgenommen hatte in meinen Kalender schrieb. Da standen nun alle möglichen Tätigkeiten ungeordnet untereinander. Unter anderem Punkte wie: Schreibtisch aufräumen und Staubsaugen. Zu meiner Verwunderung mutierte ich an diesem Tag zu Dr. Jekyll – also einer besseren Version meiner selbst. Abends waren fast alle Punkte abgehakt – und die Wohnung war sauberer als gewohnt.

Danach fing ich an, diese Methode regelmäßig einzusetzen. Plötzlich war ich ganz fleißig  und konnte Tag für Tag mehr erledigen, als je zuvor in meinem Leben. Und das nur, weil ich nun wusste was zu tun ist. Außerdem empfand und empfinde ich abhaken als befriedigend. Es versorgte mich den ganzen Tag über mit kleinen – und manchmal großen – Erfolgserlebnissen. (Gibt es da noch Andere oder habe ich eine verschrobene Vorstellung von Erfolg?) Meistens schaffte ich es aber nicht alle Punkte abzuhaken. Alles was ich am aktuellen Tag nicht erledigen konnte wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich zwar viel mehr Dinge erledigte, die Meisten aber weniger wichtig oder komplett belanglos waren. Also stellte ich gefühlt wichtige Aufgaben an den Anfang und den Rest halbwegs sortiert dahinter. Das klappte besser. Ich konzentrierte mich (öfter mal) auf die ersten Eintragungen. Dadurch kamen die schon am Anfang des Tages an die Reihe und liefen nicht Gefahr vernachlässigt zu werden weil ich zuvor noch einen schönen Desktop-Hintergrund raussuchen wollte.

Ich verbrachte also mehr Zeit damit Aufgaben zu erledigen, die mein Leben besser machten, anstatt mein Wissen durch interessante, aber zu diesem Zeitpunkt nutzlose Infos zu erweitern. Beispielsweise mag es unterhaltsam für mich sein Gitarre spielen zu lernen – wenn ich aber keine langen Zeitspannen dafür opfern kann und will, ist gelegentliches Blättern in Gitarrenbüchern eine ziellose Beschäftigung. Ich verbannte also Gitarrenbuch-blättern öfter mal aus meinen Listen und verbrachte die frei gewordene Zeit mit meiner Familie und mit Sport.

Diese Methode gab mir damit die Gelegenheit mich um meine Figur zu kümmern. Aber andere, komplexe Aufgaben blieben wochenlang liegen. Besonders Texten fiel (und fällt) mir schwer, da mir die Routine fehlte. Somit traf es meistens die kommerzielle Werbeartikel-Webseite, die ich meinem Vater versprochen hatte.

Erst verzögerte sich das Projekt, weil ich wenig Ahnung von HTML, CSS, (Werbe-)Texten, Suchmaschinenoptimierung, etc. hatte und diese Dinge erst lernen musste. Und mit einem Kleinkind daheim musste ich auf Schlafzeiten warten, bis ich auch nur in die Nähe meines Schreibtisches durfte. Irgendwann hatte ich genug Informationen gesammelt und stand vor der Aufgabe mein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Nur wie hätte ich anfangen sollen? Ich wartete auf eine Eingebung.

Dadurch schob ich das Schreiben immer weiter hinaus. Ich hatte aber ein schlechtes Gewissen und war dadurch permanent unter Stress. Rettung kam als ich irgendwo las, dass man größere Aufgaben in kleinere Teilaufgaben gliedern könne, um Überblick zu behalten und motiviert zu bleiben. Das klappte sofort. Ich schrieb jeden Tag nur einen Absatz und verbrachte danach etwas Zeit damit diesen einen Absatz umzuschreiben. Der Design-Teil und das coden danach machten mir weniger Probleme, und mittlerweile sind die Webseiten tatsächlich fertig.

Ich muss zugeben, dass ich immer noch den Hang habe Tätigkeiten hinauszuschieben.  Momentan trödel ich noch etwas mit der Übersetzung der Werbeartikel-Seiten ins Englische. Aber es gibt ja noch mehr Methoden der Listen- und Arbeitsorganisation. Wenn ich auf eine besonders motivierende Idee stoße, werde ich Euch davon berichten.

Prioritäten prüfen: Überleben ist wichtiger als die Farbe der Raumkapsel

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In meiner Vorstellung ist Zeit wie der Weltraum, durch den wir uns mit unseren Lebens-Raumkapseln in eine unerforschte Richtung bewegen. Wir haben nur kleine Steuerdüsen zur Verfügung, die uns vor Zusammenstössen mit Meteoriten bewahren und uns vielleicht etwas langsamer fliegen lassen können – aber umkehren klappt nicht.

Unsere Raumkapsel braucht viel Wartung und Pflege, um auf Kurs zu bleiben und zu funktionieren. Es kommt also eine Menge Arbeit auf uns zu. Zusätzlich wollen wir unser Leben auch geniessen, Zeit für uns haben und vielleicht eine Familie gründen – mit dem Bewohner der Lebenskapsel neben uns. Allerdings kann Freizeit auch stressig sein, wenn man neben der Familie noch Hobbies und Freunde hat.

Ich zumindest schaffe nur selten, was ich am Tag gerne machen würde. Ich gehöre nämlich zu den Leuten, die nur kurz die Farbe für ihre Raumkapsel aussuchen möchten und dann doch die ganze Woche dafür brauchen – und das obwohl der Nahrungs-Erzeuger nur noch kalte Kartoffeln produziert und die Klimaanlage -12 Grad Celsius für die perfekte Raumtemperatur hält.

Wahrscheinlich würde ich genauso erfrieren, wie derjenige, der sich ganz verweigert, den ganzen Tag nur Space Operas schaut und eines Tages aus Langeweile freiwillig aus der Kapsel hüpft – noch bevor eine Fehlfunktion Zeit hatte die Tür für ihn zu öffnen.

Konsequenterweise habe ich mir jetzt vorgenommen mein Leben und meine Aufgaben etwas besser zu organisieren und Prioritäten zu setzen und habe einiges auch schon umsetzen können. (Mein bisheriges Ich hätte wahrscheinlich keine Zeit fürs Blog-Schreiben, weil es versuchen würde ein eigenes WordPress-Design zu kreieren – ohne Ahnung davon zu haben.)

Dieses Blog ist dafür gedacht meine Ideen, Erfahrungen, Fortschritte und auch Niederlagen zu dokumentieren. Hoffentlich gewinnt der eine oder die andere Anregungen für die eigenen Versuche, seine oder ihre Zeit und Arbeit zu organisieren.