Listen: So schön kann Planung sein – Teil 2

6 comments »

Wie ich auf die Idee kam, Listen zu erstellen, weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich eines Tages viel zu tun hatte und alles was ich mir vorgenommen hatte in meinen Kalender schrieb. Da standen nun alle möglichen Tätigkeiten ungeordnet untereinander. Unter anderem Punkte wie: Schreibtisch aufräumen und Staubsaugen. Zu meiner Verwunderung mutierte ich an diesem Tag zu Dr. Jekyll – also einer besseren Version meiner selbst. Abends waren fast alle Punkte abgehakt – und die Wohnung war sauberer als gewohnt.

Danach fing ich an, diese Methode regelmäßig einzusetzen. Plötzlich war ich ganz fleißig  und konnte Tag für Tag mehr erledigen, als je zuvor in meinem Leben. Und das nur, weil ich nun wusste was zu tun ist. Außerdem empfand und empfinde ich abhaken als befriedigend. Es versorgte mich den ganzen Tag über mit kleinen – und manchmal großen – Erfolgserlebnissen. (Gibt es da noch Andere oder habe ich eine verschrobene Vorstellung von Erfolg?) Meistens schaffte ich es aber nicht alle Punkte abzuhaken. Alles was ich am aktuellen Tag nicht erledigen konnte wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich zwar viel mehr Dinge erledigte, die Meisten aber weniger wichtig oder komplett belanglos waren. Also stellte ich gefühlt wichtige Aufgaben an den Anfang und den Rest halbwegs sortiert dahinter. Das klappte besser. Ich konzentrierte mich (öfter mal) auf die ersten Eintragungen. Dadurch kamen die schon am Anfang des Tages an die Reihe und liefen nicht Gefahr vernachlässigt zu werden weil ich zuvor noch einen schönen Desktop-Hintergrund raussuchen wollte.

Ich verbrachte also mehr Zeit damit Aufgaben zu erledigen, die mein Leben besser machten, anstatt mein Wissen durch interessante, aber zu diesem Zeitpunkt nutzlose Infos zu erweitern. Beispielsweise mag es unterhaltsam für mich sein Gitarre spielen zu lernen – wenn ich aber keine langen Zeitspannen dafür opfern kann und will, ist gelegentliches Blättern in Gitarrenbüchern eine ziellose Beschäftigung. Ich verbannte also Gitarrenbuch-blättern öfter mal aus meinen Listen und verbrachte die frei gewordene Zeit mit meiner Familie und mit Sport.

Diese Methode gab mir damit die Gelegenheit mich um meine Figur zu kümmern. Aber andere, komplexe Aufgaben blieben wochenlang liegen. Besonders Texten fiel (und fällt) mir schwer, da mir die Routine fehlte. Somit traf es meistens die kommerzielle Werbeartikel-Webseite, die ich meinem Vater versprochen hatte.

Erst verzögerte sich das Projekt, weil ich wenig Ahnung von HTML, CSS, (Werbe-)Texten, Suchmaschinenoptimierung, etc. hatte und diese Dinge erst lernen musste. Und mit einem Kleinkind daheim musste ich auf Schlafzeiten warten, bis ich auch nur in die Nähe meines Schreibtisches durfte. Irgendwann hatte ich genug Informationen gesammelt und stand vor der Aufgabe mein theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Nur wie hätte ich anfangen sollen? Ich wartete auf eine Eingebung.

Dadurch schob ich das Schreiben immer weiter hinaus. Ich hatte aber ein schlechtes Gewissen und war dadurch permanent unter Stress. Rettung kam als ich irgendwo las, dass man größere Aufgaben in kleinere Teilaufgaben gliedern könne, um Überblick zu behalten und motiviert zu bleiben. Das klappte sofort. Ich schrieb jeden Tag nur einen Absatz und verbrachte danach etwas Zeit damit diesen einen Absatz umzuschreiben. Der Design-Teil und das coden danach machten mir weniger Probleme, und mittlerweile sind die Webseiten tatsächlich fertig.

Ich muss zugeben, dass ich immer noch den Hang habe Tätigkeiten hinauszuschieben.  Momentan trödel ich noch etwas mit der Übersetzung der Werbeartikel-Seiten ins Englische. Aber es gibt ja noch mehr Methoden der Listen- und Arbeitsorganisation. Wenn ich auf eine besonders motivierende Idee stoße, werde ich Euch davon berichten.

Listen: So schön kann Planung sein – Teil 1

2 comments »

Listen sind merkwürdig unterhaltend. Nicht nur diejenigen, die aus geheimen Wünschen bestehen oder mit “Top 10 der verrücktesten Promis” überschrieben sind. Auch ganz normale ToDo-Listen und Checklisten können mich erheitern. Denn es macht einfach Spaß einen Punkt abzuhaken und zu wissen, dass der so schnell nicht wiederkommt. Zusätzlich motivieren sie, indem sie Aufgaben überschaubar machen und Arbeit zielgerecht lenken.

Wenn eine Aufgabe vor mir auf dem Zettel steht sieht sie harmloser aus, als ich sie in meinem Kopf hatte. Was zuvor als Chaos-Monster in meinem Kopf rumgespukt hat, ist auf dem Papier nur ein überschaubarer Punkt unter vielen. Besonders, wenn ich die Aufgabe vorher in Teilschritte zerlegt hatte und mir nur einen Teil pro Tag vornehme.

Auf diese Schritte kann ich mich dank der Liste auch besser konzentrieren. Oft sitze ich am Rechner und suche nach einem bestimmten Thema : z.B. Pflanzenkrankheiten. Ein paar Klicks später schaue ich kurz auf mein Liste und weiß sofort, dass die aktuelle Webseite nicht das Geringste mit meinem Ziel zu tun hat. Ohne diese Hilfe hätte ich mich höchstwahrscheinlich frühestens 20 Minuten später daran erinnert, dass ich nicht nach Mangas suchen wollte.

Diese Erinnerungsfunktion erfüllt die Liste auch, wenn es darum geht einen Überblick über alle anstehenden Aufgaben zu bekommen. Vielleicht kennt Ihr das ja auch: Ihr habt gerade eine Aufgabe erledigt und habt noch etwas Zeit bis zum nächsten Termin. Jetzt könntet Ihr in der Zwischenzeit etwas Sinnvolles erledigen. Aber das einzige was Euch einfällt ist: Aufräumen. Nur wo anfangen? Die Zeit ist knapp, Ihr wisst nicht wie Ihr das anstellen sollt und so dringend ist es nun auch wieder nicht. Da macht man sich erstmal einen Kaffee und langweilt sich den Rest der Zeit in der Küche.

Seitdem ich aber Listen einsetze, verbringe ich weniger Zeit damit mich zu langweilen. Ich habe Überblick über die Tätigkeiten, die noch anstehen, und weiß sofort, was ich noch tun kann. Komplexe Tätigkeiten teile ich in einzelne Schritte auf, die dann leichter zu bewältigen sind. Zusätzlich notiere ich mir kleine Belohnungen hinter Aufgaben die ich besonders ungern tue:

  • Aufgabe: Text schreiben,
  • Belohnung: 1 Kapitel “Pride and Prejudice” lesen.

Dies alles verhindert (manchmal ;-) ), dass ich wichtige Aufgaben vor mir her schiebe.

Mit Listen schaffe ich mehr Aufgaben in kürzerer Zeit und kann mich dadurch länger mit meinem Sohn beschäftigen und mit anderen Menschen und Sachen, die mir Spaß machen.