Social Bookmarking: Bookmarks in Freilandhaltung

Wenn es um Bookmarks geht, stellt mein Notebook ein Problem dar. Denn es ist umständlich die Bookmark-Ordner – bei jeder kleinen Änderung – zwischen den Rechnern hin und her zu kopieren.

Früher oder später hat man auf allen Computern jeweils verschiedene neue Bookmarks. Und das Überschreiben einer Version würde zum Verlust einiger Lesezeichen führen. Dies führt regelmäßig dazu, dass ich meine Bemühungen einfach einstelle.

Die Versionen werden dadurch immer unterschiedlicher. Aber das macht mir nichts aus, da ich neue Bookmarks auf dem Notebook meist wieder vergesse. Da fällt es leichter sie Monate später doch noch zu überschreiben.

Als wären das nicht schon genug Schwierigkeiten, weigern sich Freunde und Familie einfach die eigenen Bookmarks wegzuschmeißen und stattdessen Meine zu übernehmen, so dass ich auch bei Besuchen auswärts immer auf dem Laufenden bleiben kann. (Selbst, wenn das mit wenig Aufwand für sie verbunden ist und ihre eigenen Lesezeichen einfach nicht so toll sind wie Meine.)

Social Bookmarking-Dienste wie Delicious, Mr.Wong, Linkarena oder Oneview versprechen mir mein Problem zu lösen. Konsequenterweise habe ich mich bei Mr. Wong angemeldet um das zu testen.

Der Anbieter lässt mich meine Lesezeichen umsonst speichern, verwalten, versenden und sogar auf Beliebtheit prüfen. Momentan gibt es noch keine kostenpflichtigen Premium-Dienste.

Folgende Vorteile konnte ich bisher ausmachen:

  • Ich kann jederzeit und von jedem Rechner (mit Internetanschluss) aus auf meine Bookmarks zugreifen.
  • Jedes Bookmark versehe ich mit Tags (Schlagwörtern). Dadurch muss ich mich nicht mehr für eine einzige Kategorie entscheiden. Das vereinfacht die Verwaltung und löst Knoten im Gehirn.
  • Es ist interessant zu sehen wie oft meine Bookmarks schon von anderen Nutzern gespeichert wurden und wo diese Nutzer sonst noch so im Internet unterwegs sind. Vielleicht stoße ich auf Seiten, die nützlicher sind als diejenigen, die ich bisher kannte. Ich sehe fremde Bookmarks nämlich als Empfehlungen an.
  • Es gibt Charts mit den am häufigsten gespeicherten Webseiten. Diese sind fast immer nützlich.
  • Meine eigene Webseite habe ich auch dort eingetragen, um sie etwas bekannter zu machen.

Ein kleiner Nachteil an dem System ist, dass die Bookmarks nicht ganz so schnell zugänglich sind, wie die Lesezeichenleiste des Browsers. Andererseits dauert es auch nicht besonders lange auf einen Link in der Leiste zu klicken. Meine öffentlich freigegebenen Bookmarks kann ich mir auch ohne Passwort anschauen. Zusätzlich gibt es Browser-Plugins, die die Arbeit mit dem Dienst noch leichter machen sollen.

Es ist auffällig, dass Mr. Wong-Seiten bei Suchmaschinenanfragen oft ganz oben landen. Dort kann man dann seine Webseite finden, auch wenn die eigentliche Domain erst ein paar Seiten später auftaucht.  Das, zusammen mit den Tags (die sich aber leider nicht von alleine an die Bookmarks heften) und den Charts, ist ein ernsthafter Grund sich einen Account bei Mr. Wong zu holen. Zumindest für Webmaster und Unorganisierte.

Wer sich nur für die “Empfehlungen” der Nutzer interessiert, kann die freigegebenen Bookmarks auch ohne Account anschauen.

Eigentlich wollte ich hier noch die einzelnen Schritte des Registriervorgangs und der Bedienoberfläche beschreiben (mitsamt Screenshots).

Dazu hatte ich versucht mir einen temporären zweiten Account anzulegen. Leider kommt die Aktivierungsmail einfach nicht an und ich weiß nicht ob es an Mr. Wong, oder an meinem E-Mail-Konto liegt. Im Spam-Ordner habe ich auch schon nachgeschaut. Es bleibt mir nur zu hoffen, dass die Mail doch noch irgendwann ankommt und ich als nächstes die Schritt-für-Schritt-Anleitung schreiben kann.

Der Kampf mit Bookmarks und Wastemarks

In meinem Leben ist vieles chaotisch: Von Arbeitsplatte in der Küche bis Zettelwirtschaft würde mir wahrscheinlich zu fast jedem Buchstaben des Alphabets etwas einfallen. Nichts davon stört mich momentan so sehr wie unsortierte Bookmarks.

Jahrelang landeten interessante Webseiten in irgendwelchen planlos gewählten Ordnern oder – schlimmer – direkt im Lesezeichenmenü. Genauso gut hätte ich mir die wenigen Klicks zum hinzufügen auch sparen können.

Denn meine Bookmarks waren bisher meist nutzlos. Wenn ich nach einem Thema suchte wusste ich meist nicht, ob ich überhaupt Lesezeichen dazu gesammelt hatte. Und falls doch (eher selten), konnte ich sie nicht wieder finden. Mein Safari (Browser) hat zwar eine Suchfunktion, die auch den Text der Webseite durchsucht, aber dadurch gibt er auch sehr viele irrelevante Suchergebnisse zurück, durch die man sich erst hindurchwühlen muss.

Also beschloss ich alle Bookmarks loszuwerden, die mein armes Menü verunstalten: die Platz verschwenden ohne zu nutzen und einfach nur beim Suchen stören.  Ich nenne sie einfach mal Wastemarks. Den Rest wollte ich auf thematisch sortierte Ordner verteilen. Dabei orientierte ich mich an bestehenden Kategorien in meiner Lesezeichenleiste.

Schnell hatte ich eine Liste mit Themen erstellt, die später zu Ordnern in meinem Menü werden sollten. Themen kamen auf die Liste, wenn sie

  • Interessant sind (Fotografieren, Zeichnen, Webdesign, Blogs)
  • Nützlich für meine kurzfristigen und langfristigen Ziele sind (Schreiben, Kindererziehung, SEO)
  • Wichtig sind (Bank, Mail, Stadtbibliothek)
  • Wahrscheinlich in der Zukunft interessant werden (Sprachen, Heimarbeit)

Zusätzlich kam ein weiterer Ordner dazu, der nur temporäre Bookmarks enthält: Ein mal lesen und weg damit. (Sehr effektiv um zukünftige „Wastemarks“ zu verhindern.)

Danach kam der schwere Teil: Alle Bookmarks mussten angeklickt werden um sie auf Funktionieren und Inhalt zu überprüfen. Es erstreckte sich ein Berg  aus hunderten (tausenden?) Bookmarks vor meinen Augen. Wo kamen die alle her? Was hatte ich mir da bloß vorgenommen? Am liebsten hätte ich wieder aufgehört.

Nur hatte ich mir schon die Themen rausgesucht  und mich auf meine neue Bookmarkleiste gefreut. Die Vorstellung eines einfacheren Lebens am Computer war recht motivierend und ich zog es durch. Immerhin blieb mir das befriedigende Erlebnis, häufig die Delete-Taste drücken zu können. Ich schaffte es, täglich 150-300 Lesezeichen zu löschen oder wegzusortieren.

Bookmarks kamen gleich in den Mülleimer, wenn:

  • Der Link nirgendwo hinführte
  • Kein Interesse mehr am Thema bestand (ließ sich leicht entscheiden – da meist kein passender Themenordner vorhanden war…)
  • Die Informationen veraltet waren
  • Etwas Interesse besteht, aber schon zu viele Bookmarks da waren (Bei einem Thema, in das ich nur wenig Zeit investieren will, reichen meist 1 bis 2 gute Seiten aus)
  • Schlechtes Design störte (oft Geschmackssache, aber auch eine Sache der Lesbarkeit: anstrengende Farben, Text zu klein, schwer lesbare Schriftart, chaotische Navigation … )
  • Das Thema auf langweilige Art vermittelt wurde
  • Mich irgendetwas anderes störte und ich keine Lust hatte darüber hinwegzusehen

Nachdem alles untergekommen war, sortierte ich die Themenordner mit Hilfe einer Mind-Map in Kategorien. Wichtige und nützliche Themen bzw. Kategorien habe ich jetzt in der Bookmarkleiste immer im Blick – während  der Rest im Menü auf Beachtung wartet.

Jetzt verschwende ich weniger Zeit mit meinen Bookmarks und habe dafür mehr Zeit zum Bloggen :-)