Sascha Oertlin ist ein Paradebeispiel für Produktivität und Hilfsbereitschaft. Wie er es schafft mehrere Artikel täglich zu schreiben war mir immer etwas schleierhaft. Ich hatte einfach vermutet, dass es mit einem heimlichen Klon zu tun hat.
Alternativ dachte ich auch an eine gute Arbeitsorganisation, viel Fleiß, ein geringes Schlafbedürfnis, tolles Zeitmanagement und eine Voice-to-Text-Software, die er einmal in einem Artikel erwähnt hatte.
Deshalb habe ich ihn um einen Gastartikel gebeten, in dem er beschreibt, wie er es schafft so produktiv zu sein und wie sein typischer Tagesablauf aussieht. Eine halbe Stunde später war der Artikel schon fertig und es stellt sich heraus, dass ich recht mit meinen Vermutungen hatte. (Bis auf die Klon-Theorie…)
Aber lest selbst was Sascha zu sagen hat (ergänzt mit meinen Überschriften und Hervorhebungen). Vielen Dank Sascha, dass Du mir so nett hilfst meinen Blog mit Inhalt zu füllen. Ich muss mir endlich mal ein Beispiel an Dir nehmen… ![]()
Sascha Oertlin hat das Wort
Zunächst einmal möchte ich mich bei Lizzy dafür bedanken, die Möglichkeit bekommen zu haben in ihrem Blog einen Gastartikel zu schreiben. Sowas wollte ich ja schon lange mal machen.
Lizzy hat mich gebeten zu erklären, wie ich es schaffe derart viele Artikel in meinen Blogs zu veröffentlichen. Um das kurz zu erwähnen – Ich betreibe derzeit zwei Blogs:
- + Sascha-Oertlin.com – auf dem normalerweise täglich ein Artikel erscheint, wobei die Frequenz im Dezember letzten Jahres auf fast fünf Artikel bis zu meinem Urlaub angestiegen ist
- TradinX.de – Mein kleiner Säugling. Ein Börsenblog, der am ersten Januar diesen Jahres gestartet ist und mittlerweile 50! Artikel publiziert und noch einmal ca. 150 in den Drafts hat.
Das Geheimnis von Saschas Produktivität
Jetzt aber zur eigentlichen Frage: Wie schaffe ich es derart Produktiv zu sein?
Es ist eigentlich ganz schnell erklärt. Zum einen stehe ich morgens mit meiner Frau auf, was meistens so gegen halb sechs ist. Während sie das Bad blockiert mache ich schon mal Kaffee und fahre die Rechner hoch. Gegen halb acht geht sie aus dem Haus (Ja die gehört zu denen, die immer ewig im Bad brauchen, bis selbst der Spiegel schlecht gelaunt sagt: Ja verdammt, du siehst toll aus!).
Das ist meine Zeit. Ich setze mich an meinen Rechner und fange an. Die meisten werden nun wohl denken ich schreibe. Falsch! Ich habe eine Sekretärin die mir die lästige Tipperei abnimmt. Ja richtig gelesen. Ich tippe nicht mehr.
Für alle die jetzt denken hier sitzt ein Mensch rum und lauscht meinen Worten, kann ich nur sagen – Niemand außer meiner Frau! Ich bin stolzer Besitzer eines Netbooks auf dem ich Dragon Naturally Speaking installiert habe. Dieses Programm ermöglicht das Diktieren von Text in jede beliebige Windows Applikation. Sogar ICQ kann ich damit bedienen. Und ich bin noch während ich den Artikel einstelle, was ich noch von Hand mache, schon auf dem anderen Rechner per Sprache am kommentieren. Das spart mir unglaublich viel Zeit.
Kreative Hochphasen ausnutzen
Dazu kommt, dass ich wohl morgens eine sehr kreative Phase habe. Alles ist noch dunkel und keiner stört mich. Ich kann jedem Gedanken Tribut zollen und formuliere diesen dann später aus. Lesezeichen gehe ich durch, kommentiere in vielen anderen Blogs und hole mir viele Inspirationen direkt beim kommentieren, die ich dann direkt weiter verwerte und meistens zeitgleich in einen Artikel umsetze. So gehen mir nie die Themen aus. Eigentlich reichen die sogar um noch ein oder zwei weitere Blogs auf zu machen, was auch Mitte des Jahres passieren wird.
Das Mysterium Artikel schreiben und kommentieren ist wohl damit erklärt. Ich schreibe nicht, ich diktiere! Das erhöht die Postingfrequenz um ein Vielfaches und lässt auch wesentlich mehr Qualität und bessere Recherche zu, denn ich habe effektiv wesentlich mehr Zeit, als wenn ich erst mal 10 Artikel tippen würde.
Zur zweiten Frage: Wie sieht mein Tagesablauf aus?
Der Tag beginnt mit Kaffee
+ Wie bereits erwähnt stehe ich meist so gegen halb sechs auf. Ich stolpere dann Richtung Küche und setze Kaffee auf (übrigens mein Lebenselixier).
+ Gegen halb acht fliegt meine Frau aus der Wohnung
+ Ich suche mir ein Lied auf Youtube, das ich den ganzen Tag rauf und runter höre, manchmal schmeiß ich auch die große externe Platte an und höre mir die HE-MAN Hörspiele zum 1000-sten Mal an.(Ja mach ich wirklich!)
Routinearbeiten als Erstes erledigen
+ Emails checken und beantworten so bis acht, Statistik Seiten abrufen. Eventuell schon der erste Wutausbruch, weil Google mich wieder veralbert.
+ Dann Facebook aufmachen, Farmville und King of Kungfu spielen und gucken wie viele Leute heute wieder meine Freunde werden möchten, damit ich deren Felder dünge.
+ So gegen acht schaue ich dann meistens ob jemand bei ICQ oder Skype Online ist, dem ich dann Rest des Tages auf den Sack gehe. Meistens ist das dann der Piet von Online-Cash.org, der den ganzen Tag meine Launen ertragen muss
+ Dann diktiere ich meine Kommentare, Artikel und was sonst noch so geschrieben werden muss, dauert meist so bis elf, wo ich dann eine kurze Pause einlege, um Nachschub (Kaffee) zu besorgen.
+ von 11 bis zwei kümmere ich mich um meine Statistiken, sofern sie mich morgens geärgert haben, was nicht selten ist
Pausen müssen auch mal sein
+ Ab zwei mache ich normalerweise eine längere Pause, weil mir der Rechner auf die Nerven geht, und weil meistens mein Magen knurrt, der ja bis dahin außer Kaffee noch nichts bekommen hat.
+ So gegen drei halb vier kommt meine Frau nach Hause, sagt mir, dass sie keinen Hunger hat und ich koche trotzdem. Meistens isst sie mit. Die sagt eh nur, ich habe keinen Hunger, damit sie schlank bleibt (total bescheuert, weil die eh nicht mal 50kg wiegt).
+ Meine kreative Phase ist meistens so gegen fünf ganz vorbei. Dann setze ich mich mit meiner Frau vor die Glotze und schau mir irgendwelche dämlichen Serien an wie zum Beispiel versteckte Liebe und Maraienhof auf ARD.
+ Normalerweise bemerkt meine Frau so gegen sechs, dass ich wieder an den Rechner will. Dann legt sie ihren Kopf auf meinen Schoß. Wir sitzen ja zusammen auf der Couch. Das Resultat ist, dass ich mich nicht wegbewegen kann. Neuerdings vergesse ich immer den Tabak am Rechner, harhar
+ Gegen acht wird Fernsehen dann auch für mich interessant, dann kommen ja auch die Männerserien über Mord und Totschlag, mit hübschen Ermittlerinnen. Leider in der letzten Zeit nur Wiederholungen, was mir mit meinem Maschendrahtzaungedächtnis gar nicht auffallen würde, wenn meine Frau nicht in einem Anfall überschwänglicher Rücksichtnahme sagen würde: Kennen wir schon. Schalt um! Ja, die Macht ist immer bei mir (Fernbedienung).
Technische Hochphase am Abend
+ Gegen zehn legen wir uns dann meistens schon ins Schlafzimmer – Nicht das ich müde wäre. Meine Frau wird gerne zum Einschlafen gekrault. Und ich hoffe jeden Abend aufs Neue, dass ich Sex habe
Weiß ich aber von vorneherein, dass es keinen gibt, gehe ich wieder an den Rechner – gekrault wird dann auch nicht. Dann surfe ich durch die Gegend, suche neue interessante Blogs, oder bastele an meinen eigenen. Abends habe ich irgendwie mehr technisches Verständnis als morgens.
+ Nachdem mein Schädel dann das erste Mal auf die Tastatur knallt, weil ich doch irgendwann einschlafe, gehe ich ins Bett, versuche noch mal mein Glück, was meistens mit einem Grummeln abgewehrt wird, drehe mich um und träume von dem was ich gerne hätte.
Wochenende ist Familienzeit
Am Wochenende ist das Internet fast komplett tabu, weil ich Samstags meinen Sohn besuchen kann und Sonntags einen freien Tag haben möchte. Ab und zu zieht es mich dennoch ins Internet und ich beantworte zumindest meine Emails.
Sollte sich jemand fragen, warum ich keine Zeit zum arbeiten habe und den Gedanken an einen sozial Schmarotzer haben könnte, dem sei folgendes gesagt: Ich bin absoluter Full Time Blogger und ich beziehe GAR NICHTS vom Staat. Andersrum bekommt der aber auch nix von mir. Ganz einfach also.
Das Ziel das ich mit der Bloggerei verfolge ist dadurch auch ganz klar definiert: Ich will und werde davon Leben. Anders als die meisten habe ich nicht vor den Schwanz einzuziehen, nur weil Adsense diesen Monat nur fünf Euro eingebracht hat. Ich verfolge dieses Ziel absolut strikt und ich gebe nicht auf. Was andere schaffen, kann ich auch und ich denke, dass ich das Zeug dazu habe.
Wer mich in diesem Vorhaben unterstützen möchte, findet in beiden Blogs genügend Wege dies zu tun.
Als Abschluss möchte ich noch sagen, dass ich mich freuen würde, den ein oder anderen Stammleser neu bei mir begrüßen zu dürfen. Und ich hoffe, dass ich meine Kooperation mit Zeitstrategie noch weiter ausbauen kann.
Lieben Gruß an alle Leser
Sascha
Fazit
Ich für meinen Teil bin beeindruckt. Danke für die ausführliche Beschreibung Sascha. Ich bin mir sicher, dass Du durch deinen Fleiss und deinen Einsatz bald richtig vom Bloggen leben kannst. *daumendrück*
Auch wenn Sascha seine Artikel alle diktiert ist es doch eine Riesenleistung, wenn man überhaupt so viel zu sagen hat.
Wer sich für Themen wie: Geld verdienen Online, E-Marketing, Programmierung von Webseiten (unter Anderen) interessiert, sollte mal bei Sascha-Oertlin.com vorbeischauen.
Wenn Euch aber Erklärungen zu Börsenthemen mehr interessieren, dann seid Ihr bei TradinX.de genau richtig.
Ich werde es wohl nie schaffen um halb sechs aufzustehen (OMG) aber vielleicht kriege ich es ja hin irgendwann eine ähnlich ausgeprägte Arbeitsmoral wie Sascha zu entwickeln. Leider gibt es die Dragon-Software nicht für den Mac, sonst hätte ich sie mir längst schon gekauft.
Was meint Ihr über Saschas Tagesablauf? Seid Ihr auch beeindruckt (und etwas neidisch
)? Würdet Ihr Euch auch ein Beispiel an seinen Methoden nehmen wollen? Schreibt es in den Kommentarbereich.
Tags: Arbeitsorganisation, Bloggen, Gastartikel, Sascha Oertlin, Schreiben, Zeitmanagement
Atom
Der Tag beginnt mit Kaffee…
Ja das ist mal eine Ansage -lach-
Finde ich toll diesen Artikel. Ich drücke alle Däumchen das es auch so klappt wie du Dir das vorstellst!
Früher bin ich auch nie so früh aufgestanden, bis meine Frau sich beschwert hat. Seitdem bekommt sie ihren Kaffee in der Badewanne und ich muss früh raus. Ohne das hätte ich aber nie erfahren, dass ich morgens gut schreiben kann
Danke für die guten Wünsche und das Daumendrücken, und das ich hier schreiben durfte. Scheiß Wetter macht Familientag heute leider kaputt
@Michaela: Du kennst Dich ja aus mit dem Kaffee…^^
Mein Tag beginnt meistens auch mit Frühstück und Kaffee (manchmal auch Getreidekaffee).
@Sascha: Schlechtes Wetter? Habt Ihr nicht auch so schönen Schnee bei Euch?
Wir waren heute lange draussen und sind Schlitten gefahren und haben Schnee-Engel gemacht.
Schade, dass Dein Familientag darunter leiden musste.
Sehr schöner Artikel der auch mal wieder ein bischen mehr zeigt vpn einem Blogger wie das was man sonst so liest. Am besten gefällt mir die geschichte mit dem “kraulen”
Mehrwert für die Leser, Fleiß und vor allem Durchhaltevermögen sind die besten Voraussetzungen für Erfolg im Internet. Damit ist Sascha schon mal am besten Weg. Viel Glück weiterhin!
Burkhard
@Burkhard: Hallo und Willkommen auf meinem Blog
Stimmt von diesen Voraussetzungen hat Sascha genug. Das klappt bestimmt.
@Markus: Ich fand es auch interessant mal den Arbeitsablauf eines anderen Bloggers mitzubekommen.
Lach, stimme Markus zu – das mit dem kraulen war ein Hi!
Aber auch der Rest ist klasse geschrieben…
@Marc: Finde ich auch
@Lizzy Schnee ist schlechtes Wetter, Vor allem wenn die Bahn nicht fährt oder so extreme Verspätung hat, dass ich am Bahnsteig festfriere und den Zug nicht betreten kann.
@Marc Das ist wirklich so
geben und nehmen. Manchmal lasse ich mich auch dazu verleiten eine Kraulaktion auf zwei Tage auszuweiten. Dann muss das aber am Abend vorher ein Kracher gewesen sein
@Sascha: Dann wünsche Ich Dir die nächsten Wochen besseres Wetter. *Daumendrück*
Das ist doch einmal eine erstklassige, humorvolle Beschreibung eines Tagesablaufes eines Bloggers. Daumen hoch für diesen Artikel!
@Richard: Willkommen auf Zeitstrategie.
Saschas Humor gefällt mir auch gut.
Im Netz kann man sich viele Anregungen zum Thema Blog holen. Allerdings muss beachtet werden, dass keine Inhalte von anderen Seiten kopiert werden. Wer geistiges Eigentum von anderen Webseiten klaut, riskiert juristischen Ärger. Ansonsten kann man im Netz seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Hallo NIls Willkommen
Ja, Du hast völlig recht. Geistiges Eigentum anderer sollte man respektieren.
Hallo Sascha,
da hast du aber ein ganz schönes Tagwerk jeden Tag! Alle Achtung!
Bei mir ist die kreative Phase eher mittags oder am Wochenende!
Apropo Kreativität wie koordinierst du alle Idee, die dir im Kopf rumschwirren?
Gruß
Matthias
Mich würde mal interessieren woher du die ganzen Blogideen für die einzelnen Posts dann her nimmst!