In den vorigen Teilen der Aufräumen-Serie hatte ich Euch drei interessante Aufräum-Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt.
Die Methoden im ersten Teil, kann man als Alles-auf-einen-Haufen und Stück-für-Stück zusammenfassen. Im zweiten Teil ging es dagegen um ein Verfahren, das wie Domino funktioniert.
Alle Drei Vorgehensweisen gefallen mir gut, motivieren mich aber trotzdem nicht so richtig. Deshalb übernehme ich beim Aufräumen nur Teile und gehe nach meinem eigenen Gefühl dabei vor.
Meine neue Strategie besteht aus folgenden Regeln:
- Die Arbeit sollte sich immer unterbrechen lassen.
- Erst so Viel wie möglich wegschmeissen.
- Beim Schreibtisch anfangen und sich in kleinen Schritten weiter weg bewegen.
- Aktuellen Ort von Allem befreien was da nicht hin gehört und Gegenstände auf einem Haufen stapeln (bedeutet: in einen Karton stecken).
- Neuen Platz für Gegenstände im Karton überlegen.
- Gegenstände aus Karton wegsortieren.
- Falls der Platz an den man sortieren will belegt ist, dann falsch Abgelegtes in einen weiteren Karton stecken. (Das können nur wenige Gegenstände oder auch Alles sein).
Eigentlich bin ich mit dem wegschmeissen noch nicht fertig, und habe trotzdem schon mal den Schreibtisch aufgeräumt. Da dort nur einige Zettel waren, die mich gestört haben ist der Karton noch gar nicht zu Einsatz gekommen.
Deshalb habe ich aus den geplanten 3 Artikeln dieser Serie 4 gemacht und beschreibe Euch diesmal nur was ich bisher geschafft habe.
Im vierten Teil folgt der Bericht darüber, ob diese Aufräum-Methode so funktioniert, wie ich sie mir vorstelle.
Wegwerfen ist die Wurzel der Ordnung
Aufräumen ist ja schon eine Sisyphos-Arbeit, wenn ich nur die Sachen unterbringen will, die ich brauche. Alles was ich wegwerfe muss ich aber nicht mehr aufräumen. Deshalb befreie ich mich als Erstes von Altem und Unnötigem, das in Schränken und Regalen verstaubt.
Wäre Sisyphos nicht viel glücklicher gewesen, wenn er seinen Stein einfach weggeworfen hätte? Andererseits hätte er dann gar kein Ziel mehr gehabt und hätte sich vielleicht in der Unterwelt gelangweilt. Wer weiss…
Mein Mann liegt fast am Boden vor lachen, wenn er sich Michael McIntyres Stand Up vom “Man Drawer” anschaut, weil er selbst so ein Teil (oder Mehrere) besitzt. D.h. eine Schublade in der der prototypische “männliche Mann” alten Schrott hortet, als hänge sein Leben von Diskettenlaufwerken und kaputten Steckdosen ab.
Glücklicherweise hat mein Schatz in letzter Zeit schon eine ganze Menge entsorgt, weil er selbst merkt, dass das Leben dadurch einfacher wird.
Falls Euer Englisch gut genug ist, solltet Ihr Euch McIntyre unbedingt mal anschauen:
Papier-Berge
Die letzten Tage habe ich versucht so viele Dinge wie möglich wegzuschmeissen. Darunter ist viel Papier, d.h. riesige Stapel, die offen in Regalen oder in Ordnern verstauben. Dabei hatte ich immer die Frage im Hinterkopf: Brauche ich das wirklich? Oder ist das nur da, weil ich es vielleicht irgendwann mal gebrauchen könnte? Will ich mich überhaupt noch einmal damit beschäftigen?
Will ich wirklich in nächster Zeit Architekturzeitschriften lesen, die mich zwar interessieren, aber nicht so viel wie die ungelesenen Bücher übers Schreiben, die auch im Regal verstauben?
Sind die Informationen von verschiedenen Zetteln, überhaupt noch aktuell? Werden sie in 30 Jahren immernoch aktuell sein, wenn ich dann Zeit haben werde sie mir anzuschauen?
Und will ich wirklich Mathematik-Hefte aus der Grundschule weiter aufheben?
Wenn ich wirklich ehrlich bin, dann hätte ich mir das Schleppen von dem Zeug beim letzen Umzug wirklich sparen können. Aber ich lerne gerne dazu.
Leider dauert es ziemlich lange die Papierberge durchzuschauen, besonders Handgeschriebenes, wodurch ich beim Aufräumen noch nicht viel weiter gekommen bin.
Auch viele kleine Plastik- oder Metallteile stören mich. Die liegen schon seit Jahren als Staubfänger herum, weil wir einfach nicht wissen wozu die gehören. Die Gegenstände von denen die Teile abgefallen sind funktionieren anscheinend auch ohne sie. Also weg damit!
Ordnungssystem für Schreibtisch-Zettel
Immerhin habe ich für die Papiere, dich ich weiterhin brauche endlich mal ein System zum Verstauen angelegt: Auf dem Schrank stand ein Kasten mit Hängeordnern, der sich dort unbenutzt langweilte.
Also habe ich die Zettel, die normalerweise auf dem Schreibtisch liegen, schön nach Kategorien in die Hängeregister eingeordnet. Darunter sind alte Zettel zum Vorschein gekommen, die in den Müll konnten und schon war aufgeräumt. So einfach geht das.
Die Kategorien für die Hängeregister sind übrigens:
- Blog aktuell (Meistens Mindmaps, Gliederungen oder erste handschriftliche Entwürfe des Artikels an dem ich gerade sitze.)
- Blog geplant (Wieder Mindmaps, Gliederungen und Entwürfe, nur für Artikel, die ich für Später geplant habe.)
- Sprachen (Begriffe in 7er Gruppen, die ich mir für die Vokabeln der Woche zusammenstelle)
- Roman-Ideen (Mindmaps, Schnipsel aus Zeitungen, Listen)
- Abtippen (Meistens Charakterbiographien und Plot-Ideen, die ich lieber digitalisiert aufbewahren möchte). Vielleicht finde ich auch eine günstige Diktiersoftware für den Mac.
- Papier (Leere Blöcke oder Schmierzettel)
Das Schwierige wird wohl sein diese Ordnung beizubehalten und Neues gleich einzusortieren oder neue Kategorien dafür anzulegen. Darauf muss ich die nächsten Monate achten.
Mir ist es wichtig nur eine neue Angewohnheit gleichzeitig in Angriff zu nehmen. Da auch nur eine mehr eher dazu führt, dass ich bei Beiden scheitere.
Im vierten Teil werdet Ihr erfahren ob ich auch die anderen Punkte aus meinem Aufräum-Plan umsetzen konnte.
Was haltet Ihr von den Regeln? Und ist es Euch auch wichtig so viel wie möglich wegzuschmeissen? Oder haltet Ihr ewig an altem Kram fest, den Ihr dann in einem man-drawer verstaut?
Tags: Aufräumen, Erfahrungsbericht, Organisation, Teilaufgaben, Vorarbeiten
Atom
Mit dem Wegschmeißen habe ich zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Oft schon habe ich mich nach Jahren geärgert, etwas weggeworfen zu haben, weil ich jemand anderes es jetzt gebrauchen könnte. Das schlimmste ist aber, wenn man etwas sucht, dessen man sicher ist, es aufgehoben zu haben, und jemand anderes hat es weggeworfen.
Deshalb möchte ich gerne eine Regel für das Wegwerfen in Mehrpersonenhaushalten aufstellen: Wirf nur weg, was ganz sicher dir ist.
Man-Drawer? Ich brauch dafür ganze Räume! Und ja, ich brauche immer wieder etwas von den “alten Sachen” und versorge auch hin und wieder andere mit Relikten, die man braucht, nicht mehr bekommt, und jeder außer mir schon weggeworfen hat.
Viel schlimmer ist die Kategorie der Dinge, die man nicht mehr haben will, aber noch einen gewissen Wert haben, die man nicht einfach wegwerfen will. Sinnvolle Flohmärkte gibts zu wenig und sind recht aufwendig, und bei eBay machts auch keine Freude mehr dank Abmahnarmee und hohen Gebüren. Mal ganz abgesehen von der Arbeit, die das macht.
@Jo: Ich bin auch dafür, dass man zusammen entscheidet was man noch braucht und was nicht und sich ansonsten an seinen anderen Kram hält.
Aber wegwerfen finde ich gerade im Mehrpersonenhaushalt sehr höflich, weil die Familie dann nicht mehr über den ganzen Müll stolpern muss, den man gehortet hat.
Dein Man-Room ist ja eher ein Spielzimmer.
Spielzeug würde ich auch nicht direkt wegwerfen. Aber bei altem Krempel muss man schon abwägen, wie wahrscheinlich es ist, dass man selbst oder Andere den Kram wirklich irgendwann brauchen werden. Und selbst wenn: lohnt es sich für den Fall Jahrelang über Müll zu fallen? Platz in der Wohnung hat ja auch was mit Lebensqualität zu tun. Ich würde mal ausrechnen, wieviel Geld der Platz im Raum wert ist:
Dazu kann man sich überlegen: Wenn man den ganzen Kram wegschmeissen oder verkaufen würde, den man nicht braucht, wieviel Platz wird dadurch frei?
Wieviel Miete würde man über die Jahre sparen oder wieviel niedriger wäre der Kaufpreis der Wohnung, wenn man eine kleinere Wohnung genommen hätte? Und wie oft könnt man sich die zuvor gehorteten Sachen von dem Geld neu kaufen?
Ich möchte lieber selbst in meiner Wohnung leben anstatt Miete für ein Zimmer zu bezahlen, in dem alte Festplatten oder Monitore wohnen (die irgendwann doch noch weggeschmissen werden. Nagut, man muss auch mal Sachen aufheben können, aber vorher sollte man kurz darüber nachdenken.
Bei den Sachen, die noch Wert haben, die Du aber weder brauchst noch verkaufen kannst, könntest Du ja einfach verschenken.
Wenn keine im Familien- und Freundeskreis das braucht, dann könnten Wohltätigkeitsorganisationen das Zeug vielleicht gut gebrauchen.