Wenn ich mich länger als 3 Minuten an eine Vokabel erinnern will, muss ich sie normalerweise recht häufig wiederholen. Lernmittel die mir Spaß machen helfen mir mich für diese Aufgabe zu motivieren.

Eines davon sind Bildwörterbücher, die ich Euch im ersten Artikel der Serie vorgestellt hatte. Dieses Mal zeige ich Euch, wie mir Lieder beim Üben von Vokabeln helfen.

Schon oft hatte ich gelesen, dass manche Leute japanische Lieder (meistens Titelmelodien von Animes) zum Lernen benutzen. Und auch bei smart.fm werden öfter mal Vokabellisten zu Liedern eingestellt. Da diese Methode also eindeutig funktioniert und viele Anhänger hat, beschloss ich sie auch einmal auszuprobieren.

Deshalb habe ich mir ein paar Lieder ausgesucht, deren Vokabular ich nach und nach lernen möchte. Angefangen mit Einem für das es glücklicherweise schon eine fertige Vokabelliste bei smart.fm gibt. Leider ist der Text etwas schwierig zu verstehen, dafür gefällt mir die Melodie sehr gut. (Da mein Sohn darauf besteht es mehrmals am Tag anzuhören, habe ich jetzt schon die Gewissheit, dass ich die vielen Wiederholungen ertrage).

Lernen mit Liedern hat viele Vorteile

  • Ich kann mir meine Lieblingslieder unglaublich oft anhören, ohne mich zu langweilen. Mein Mann läßt seine neuen Einkäufe sogar so lange in Endlos-Schleife laufen, bis ich regelmäßig kurz davor bin das Boxen-Kabel durchzuschneiden.
  • Schon nach kurzer Zeit kann ich den Text auswendig mitsingen. Selbst dann, wenn ich noch gar kein Wort verstehe.
  • Die Texte gibt es in allen Schwierigkeitsstufen: Von Kinderliedern bis David Bowie. (Erklär’ mir mal einer “Life on Mars”…)
  • Vokabeln stehen im Satzzusammenhang, was es leichter macht zu verstehen, wie sie gebraucht werden. (Allerdings sollte man Grammatik und Sprachstil mancher Songs lieber nicht nachahmen.)
  • Melodie und Rythmus sind Erinnerungshilfen. Wenn ich mich an eine Vokabel erinnern will, kann ich einfach die entsprechende Stelle in Gedanken “abspielen”.
  • Meine Lieblingslieder belästigen höchstens Familie und Nachbarn. Mir selbst machen sie einfach nur Spaß. ;-)

Anleitung

Hier sind die Schritte, nach denen ich beim Lernen vorgehe:

  • Erst suche ich mir ein Lied aus. Das ist bei englischen Liedern einfach, wird aber bei ungewöhnlichen Sprachen etwas anstrengend.
  • Danach fahnde ich nach den Lyrics und der passenden Übersetzung.
  • Im nächsten Schritt notiere ich mir die unbekannten Vokabeln,
  • Und lerne sie schließlich mit meiner Lieblings-Lernmethode auswendig.

Hinweise zu den einzelnen Schritten:

Schritt1: Lied aussuchen

Bisher ist mir immer gleich ein Lied eingefallen, das ich lernen wollte. Denn bei Youtube finde ich öfter mal schöne japanische Songs. (Z.B. Life von Yui).

Falls Ihr aber noch keine Lieder in der Zielsprache kennt, könntet Ihr beispielsweise in den Charts oder im iTunes-Store des jeweiligen Landes nachschauen. Vielleicht findet Ihr auch Empfehlungen in Foren.

Kinderlieder und Volkslieder sind übrigens sehr verbreitet und haben ein einfaches Vokabular. Sucht einfach nach dem entsprechenden Wort bei Google und Youtube.

Nachdem Ihr Euch ein Lied ausgesucht habt müsst Ihr es nur noch von vorne bis hinten anhören können. Wenn Ihr das Lied nicht schon bei Youtube gefunden hattet, dann ist es jetzt Zeit dort zu suchen. Ansonsten gibt es ja auch den (deutschen) iTunes-Store und amazon. (Oder andere Internet-Händler.)

Wartet kurz ab, bevor Ihr das Lied kauft, bis ihr die passenden Lyrics habt. (Außer es gefällt Euch so gut, dass Ihr es unbedingt haben müsst – egal ob ihr etwas dabei lernt oder nicht..)

Schritt2: Lyrics finden

Lyrics findet man leicht über Google oder Lyrics-Portale, wie Yahoo! Music. Ich suche währenddessen auch nach der deutschen (oder englischen) Übersetzung.

Dann lese ich mir Text und Übersetzung ein paar Mal durch. Ich will ja schließlich wissen, ob es in dem Lied um Liebe oder um Ausflüge in den Weltraum geht. Dadurch kann ich die Vokabeln später besser einordnen.

Schritt3: Vokabeln aufschreiben

Als nächstes lege ich eine neue smart.fm-Liste (Online-Vokabeltrainer) und/oder Anki-Liste (Offline-Vokabeltrainer) an, in die ich alle mir unbekannten Vokabeln eintrage. Deren Anzahl kann zwischen 1 und Alle schwanken.

Natürlich könnt Ihr auch andere Hilfen benutzen, wie:

  • Vokabelheft
  • Kalender
  • Karteikarten

Schritt4: Wiederholen

Anki und smart.fm gefallen mir so sehr, weil sie mir die Vokabeln automatisch und in optimalen Abständen wieder vorzeigen. Dadurch muss ich mich nicht selbst um die Anzahl und Reihenfolge der Wörter, die ich wiederholen muss, kümmern.

Also versuche ich jeden Tag mindestens 1-2 neue Vokabeln zu lernen. Dazu kommen die Wiederholungen, so dass ich mich mit 10-15 Vokabeln täglich herumschlage beschäftige.

Das dauert meist nicht allzu lange. Dafür ist es unheimlich motivierend, wenn ich immer mehr von dem Lied verstehe, das ich mir natürlich weiterhin regelmäßig anhöre.

Extra-Tip: Beim Vokabeln lernen denke ich mir gleichzeitig verrückte Eselsbrücken aus. Das Ausdenken war anfangs schwer, fällt mir aber immer leichter, je öfter ich das mache. Beispiele, wie das geht findet Ihr in meiner wöchentlichen Vokabel-Lern-Serie. Z.B in Einfallsreich Vokabeln lernen 15 – Reptilien und Amphibien.

Welche Sprachen lernt Ihr denn so? Und was sind Eure fremdsprachigen Lieblingslieder? Könnt Ihr Euch vorstellen diese Lieder zum Lernen zu benutzen? Schreibt es mir als Kommentar. :-)

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