Je mehr man sich mit einer Sprache beschäftigt desto schneller beherrscht man sie. So einfach diese Erkenntnis auch sein mag – für mich war es in der Schulzeit sehr schwer danach zu handeln.
Ich hatte einfach keine Lust pausenlos langweilige Lehrbücher zu lesen, Grammatik zu studieren und mich mit langen Vokabellisten selbst zu bestrafen. Meine Fremdsprachen-Kenntnisse waren damals dementsprechend peinlich begrenzt.
Spaß beim Fremdsprachen lernen
Nach der Schulzeit fing ich an, meine Lieblingsbücher auch auf Englisch zu lesen und englische Filme und Serien im Originalton zu schauen. Und ich merkte, dass Sprachen lernen ja auch Spaß machen kann.
Mittlerweile weigere ich mich einfach, mich beim Lernen zu langweilen. Deshalb suche ich mir nur Methoden heraus, die mich unterhalten, interessieren oder zumindest nicht nerven. Diese motivieren mich dann, mich weiter mit der Sprache zu beschäftigen.
Dies ist der Anfang einer Artikelserie, in der ich Euch meine Lieblings-Lernstrategien vorstellen möchte. Leider brauche ich für mache davon, wie Lesen und Serien schauen, erst einen größeren Grundwortschatz, bevor sie mir wirklich Spaß machen und helfen.
Glücklicherweise gibt es auch unterhaltsame Mittel um diesen Grundwortschatz zu erlernen. Eines davon sind Bildwörterbücher, um die es in diesem ersten Teil gehen wird.
Grundwortschatz zum anschauen
Die Idee Bildwörterbücher zum Lernen zu benutzen kam mir, als mein Sohn erst ein paar Monate alt war. Damals war ich andauernd damit beschäftigt auf Bilder von Gegenständen zu deuten und diese zu benennen. Um dabei nicht einzuschlafen, beschloss ich, die Zeit zu nutzen und währenddessen Japanisch zu lernen.
Dazu besorgte ich mir das Bildwörterbuch “First Thousand Words in Japanese“, das ich dann mit meinem Kleinen anschaute.
Dabei deutete ich weiterhin auf Gegenstände, um sie zu benennen. Aber nebenher versuchte ich mir die japanischen Vokabeln einzuprägen.
Das Kind spielt erst nicht mit
Das klappte aber nicht besonders gut, da das Kind nicht willig war sich länger als ein paar Sekunden auf eine Seite zu konzentrieren und in einen begeisterten Umblätter-Wahn verfiel. So kam ich gar nicht erst dazu irgendetwas zu lernen, da die Seiten wie Daumenkino vor meinen Augen vorbeiflogen.
Ich war schon froh, wenn ich nur schnell genug das deutsche Wort herausbrachte, sobald das Kind mal eine halbe Sekunde lang auf einen Gegenstand zeigte.
Deshalb gab ich erstmal auf und wartete einfach ab.
Plötzlicher Lernzwang
Irgendwann entdeckte ich den Online-Vokabeltrainer bei smart.fm und murmelte fleissig japanische Vokabeln vor mich hin. Begeistert machte der Kleine mit. Und kurze Zeit später zwang er mich sogar zum weiterlernen, falls ich es wagte eine Pause zu machen.
Der Zeitpunkt war also gekommen um das Bildwörterbuch wieder auszupacken und nun statt der deutschen, die japanischen Wörter aufzusagen.
Lernen mit Kind, mit Freunden oder Alleine
Auf den meisten Doppel-Seiten in dem Buch gibt es zwei Bereiche: In der Mitte sind große Bilder mit Szenen aus dem Leben zu Hause, dem Garten oder dem Park. Und am breiten Rand, der sich um das ganze Bild zieht, sind viele der Gegenstände aus der Szene einzeln abgebildet – zusammen mit den passenden Vokabeln. (Zusätzlich kann man sich auf der Webseite des Verlags die Aussprache der Wörter anhören.)
Durch diese Aufteilung kann ich mich in Gedanken selbst abfragen, ohne auf die Lösung blicken zu müssen, falls ich mal alleine lerne.
Meistens ist aber mein Sohn dabei. Das läuft dann ungefähr so ab:
Ich (auf einen Elefanten zeigend): “Was heißt das da auf Japanisch?” oder “Was heißt Giraffe auf Japanisch?”
Er: ‘Kirin’ (oder er weiß es nicht, dann sage ich ihm das Wort)
Oder ich frage ihn wo die ‘kirin’ ist und warte bis er auf die Giraffe deutet.
Dabei merke ich mir die Vokabeln automatisch, da ich sie so oft wiederhole, dass ich schon nach kurzer Zeit nicht mehr nach der Lösung schielen muss. Vor dem Schlafengehen, unterhalten wir uns oft noch über die Bilder und das Kind will dann schon wieder Vokabeln aufsagen.
Das schöne an Bildwörterbüchern ist, dass ich zusammen mit meinem 2-jährigen Sohn etwas lernen kann, das uns beide interessiert und uns beiden Spaß macht.
Noch lustiger wird es, wenn Freunde mitmachen.
Da meine Freundin Elli das gleiche Bildwörterbuch besitzt, können wir uns auch abwechselnd, durch fragen oder deuten auf Gegenstände, abfragen.
Einmal langweilten wir uns im Japanischkurs, da wir den Stoff schon kannten. Wir trauten uns aber auch nicht das Buch auszupacken. Statt dessen haben wir abwechselnd kleine Bilder gemalt, die die andere beschriften sollte. So konnten wir nicht nur die Vokabeln trainieren, sondern auch Hiragana und Katakana (die japanischen Silbenalphabete) und sogar unsere Zeichenkünste.
Vor- und Nachteile
Zwar ist es nicht möglich mit dieser Methode Grammatik (vor allem den Einsatz der gelernten Wörter im Satz) zu lernen, dafür gibt es einen Haufen anderer Vorteile:
- Spielerisch-visuelles Lernen, statt trockener Vokabellisten
- Beschäftigungsmöglichkeit mit dem Kind
- Lustig mit Freunden
- Es ist möglich nebenbei Schreiben zu üben
- Es ist sogar möglich nebenbei auch Zeichnen zu üben
- Es macht (mir) einfach Spaß
Sobald Ihr das Vokabular beherrscht, ist es leichter mit anderen Lernmethoden anzufangen, wie Bücher lesen oder Filme schauen. Dann ist es auch leichter Grammatik aus Lehrbüchern zu lernen.
Probiert es doch einfach selbst mal aus. Dazu müsst Ihr nur in die Kinderabteilung der nächsten Stadtbibliothek stapfen und Euch ein paar Wörterbücher ausleihen.
Fragt Euch danach selbst beim Betrachten ab oder zwingt Eure Freunde oder Kinder mit Euch zu lernen. (Ihr könnt natürlich auch lieb fragen…
)
Was haltet Ihr von meinen Vorschlägen? Und fallen Euch noch andere Möglichkeiten ein, wie man mit Bildwörterbüchern lernen kann? Schreibt mir in die Kommentare.
Tags: Englisch, Japanisch, Lernen, Motivation, Spaß, Sprachen, Vokabeln
Atom
Und schwupps kommt mir eine Idee für Deinen Blog. Wie Du weisst ist jeder auf Bekanntmachung aus. Wenn Du nun also hingehst und die Bilder für ein Bilderwörterbuch zusenden läßt, dann hast Du bestimmt rege Beteiligung.
- Jedes Wort braucht ein Bild
- Für jeden Artikel kannst Du dem Gewinner des Bildcontests einen dauerhaften Backlink im Artikel spendieren (unter dem Bild zum Beispiel)
Ist nur ne Idee und sicherlich ausbaufähig
Gruß
Sascha
Vielen Dank Sascha. Das ist eine tolle Idee und ich werde mal drüber nachdenken.