Im ersten Teil der Aufräumen-Serie hatte ich schon 2 interessante Aufräum-Strategien (mit Vor- und Nachteilen) vorgestellt. Zur Erinnerung:

Mark Forster wirft alles, was nicht am richtigen Platz ist, auf einen Haufen und räumt diesen dann auf.

David Pierce dagegen, stellt sich beim Aufräumen kleine Aufgaben, die leicht umzusetzen sind. Er sucht sich beispielsweise eine kleine Stelle aus, die er sorgfältig ordnet und nimmt sich beim nächsten Mal eine andere Stelle vor.

Hier folgt nun eine weitere Methode, die Euch helfen soll Euer Chaos zu vertreiben:

Strategie 3

Alexandra Graßler beschreibt eine faszinierende Büro-Organisationsmethode, die wie Domino funktioniert.

Im ersten Schritt investiert man etwas Zeit in die Planung, ohne mit dem eigentlichen Aufräumen anzufangen. Und erst im zweiten Schritt stößt man eine Aufräum-Kettenreaktion an, die danach fast von alleine weiterläuft. Die Grundprinzipien:

  • Je häufiger ein Gegenstand gebraucht wird, desto näher am Schreibtisch (Arbeitsplatz) sollte sein Stammplatz sein.
  • Wegwerfen schafft den nötigen Spielraum um mit dem Auf- und Umräumen anzufangen.

Start der Planungsreise am Schreibtisch

Schaut Euch den Kram auf der Tischplatte an. Was davon benutzt Ihr täglich? Das darf dort bleiben. Für den Rest sucht Ihr danach einen anderen Platz.

Wegwerfen

Alexandra erwähnt es zwar nicht, aber ich gehe mal davon aus, dass Ihr den offensichtlichen Müll schon beim Planen wegschmeissen könnt. Der Rest bleibt erstmal liegen. Ihr überlegt ja nur…

Nächste Stationen

Jetzt hat man vielleicht den Taschenrechner auf dem Schreibtisch vor sich liegen, den man vielleicht nicht täglich, aber doch öfter mal braucht. Der wäre in der Schreibtischschublade besser aufgehoben. Genauso wie beispielsweise verschiedenfarbige Marker und das Handy-Ladegerät.

Also schaut Ihr in die Schublade und fragt Euch wieder:

  • Was darf bleiben (weil es häufig genug gebraucht wird, um diesen Platz zu rechtfertigen)?
  • Was ist Müll?
  • Was gehört an eine andere Stelle?

Und wieder überlegt Ihr Euch einen anderen Aufbewahrungsort für ungünstig gelagerte Gegenstände. Und dieser ist dann die nächste Station für Eure Fragereise.

Ausgehend vom Schreibtisch bewegt Ihr Euch also immer weiter weg – über Rollcontainer/Schublade, Kommode, Regale, Schränke – bis hin zum Archiv (im Keller, auf dem Dachboden oder in einer Abstellkammer).

Dort angekommen schmeisst Ihr wieder so viel Unnützes wie möglich weg und habt jetzt den Grundstein gelegt, um das Aufräum-Domino zu starten.

Aufräumen

Dieser Schritt ist jetzt genial einfach:

  • Der freie Platz im Archiv (Keller) kann die Ordner aus dem Büroschrank aufnehmen.
  • Der frei gewordene Platz im Büroschrank ist nun groß genug um z.B. störende Zettelstapel endlich abheften und unterbringen zu können (in neuen Ordnern).
  • Die neuen Ordner im Schrank haben wieder an anderer Stelle einen freien Platz hinterlassen. Ihr habt Euch ja schon vorher überlegt was dorthin gehört und müsst es nur noch hinstellen.
  • So geht es weiter, bis ihr am Schreibtisch ankommt. Da müsst Ihr noch seltener Gebrauchtes in die (nun weniger volle) Schublade umschichten. Fertig.

Vorteile:

  • Sobald die Vorarbeit geleistet ist, geht das Aufräumen an sich wirklich sehr einfach.
  • Jedem Gegenstand wird systematisch ein fester Aufbewahrungsort zugewiesen, so dass es in Zukunft leichter sein sollte die Ordnung auch zu behalten.

Nachteile:

  • Wenn das Chaos besonders groß ist, brauchen auch besonders viele Gegenstände einen neuen Platz. Wie soll man sich alle auf einmal merken? (Ich kann mir vorstellen, dass Post-Its, mit denen man schonmal die Plätze “reserviert”, da aushelfen.)
  • Es kommt oft vor, dass man beim Betrachten eines Ortes (z.B. Schreibtischschublade) verschiede Gegenstände findet, die man an jeweils verschiedenen Orten verstauen möchte. Unser Dominopfad teilt sich und die Planung wird auf einmal unübersichtlich.
    Muss ich jetzt jeden Pfad einzeln verfolgen? (Selbst mit Post-Its komme ich da durcheinander…)

Welche Methode setze ich nun ein?

Alle drei Methoden gefallen mir ganz gut. Sie sind meinem Gefühl nach besonders praktisch, wenn schon eine Grundordnung besteht und nicht zu viel auf einmal aufgeräumt werden muss.

Sie haben aber auch Nachteile, die mir etwas die Motivation nehmen.

Deshalb werde ich mir für den dritten Teil dieses Artikels überlegen welche Elemente dieser Methoden mich am meisten motivieren und versuchen Diese dann zu kombinieren. Vielleicht werde ich nächstes Mal auch schon von ersten Erfahrungen berichten können.

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