Effizientes Arbeiten fällt mir sehr viel leichter, wenn ich alles Benötigte sofort griffbereit habe und weiß wo ich den Rest finde.
Dazu bräuchte aber jeder Gegenstand einen festen Platz. So könnte ich ihn ohne nachzudenken ablegen und bei Bedarf sofort wieder finden. Chaotische Papierstapel- und Staubfänger-Sammlungen hätten keine Chance mehr sich auszubreiten.
Soweit mein Wunschdenken.
Wenn ich mich nun hier umsehe, sieht meine Wohnung mal wieder aus, als hätten Wölfe (mit Vorliebe für Literatur) darin gehaust. Jede horizontale Oberfläche ist mit Büchern, Zetteln, Spielzeug und irgendwelchem Kleinkram belegt. Und das Einzige, was hier einen Platz hat sind die Bücher in den oberen Regalreihen.
Kleinkinder: Mächtige Gehilfen des Chaos
Die Bücher aus den unteren Reihen mussten wir weiter oben im Regal zusammenquetschen, als mein Sohn mit 7 Monaten anfing zu krabbeln und sich an Möbeln hochzuziehen.
Während wir damit beschäftigt waren, auf den Boden geworfenes wieder einzusortieren, verwüstete der Kleine die Wohnung an anderer Stelle fleissig weiter.
Anstatt unglaublich hilfreiche Vorschläge aus dem Freundeskreis zu befolgen, wie: “Dann müsst Ihr dem Kind halt beibringen das nicht zu tun”, haben wir einfach umdekoriert. So mussten wir unser Kleinkind in der Folgezeit auch nicht anschreien um es “besser” zu erziehen.
Der Platzmangel hat noch mehr Unordnung zur Folge, welche wiederum den Platzmangel verstärkt.
Vieles was hier noch rumsteht haben wir seit Jahren nicht gebraucht. Und Neues wird einfach an die nächstbeste Stelle gestopft, weil keine festen Plätze existieren.
Ein Lichtblick
Der Kleine wird demnächst 2 Jahre alt. Mittlerweile hört er besser auf Anweisungen und reisst auch nicht mehr an Allem was er greifen kann. Die Platzsituation wird sich hoffentlich schon bald verbessern.
Trotzdem kann es jetzt schon nicht schaden, das Chaos frühzeitig zum Ausziehen zu zwingen, damit es sich nicht bei erster Gelegenheit auf die freigewordene Ablagefläche stürzt.
Aufräumen mit System
Nur wie soll ich jetzt das Chaos vertreiben? Die Zettel angestrengt anschauen und mit den Gedanken zur Ordnung zu zwingen klappt nicht. (Egal wie oft ich es versuche.) Die Aufgabe, die vor mir liegt kommt mir sehr anstrengend und unübersichtlich vor und versetzt mich etwas in Panik.
Zum Glück gibt es Feedreader. Da muss man sich noch nicht einmal aktiv auf die Suche machen. Hilfe wird einem förmlich aufgedrängt.
Als ich anfing über diesen Artikel nachzudenken, bin ich nach und nach auf 3 verschiedene Aufräumstrategien gestossen, die mir sehr sympathisch vorkommen.
Strategie 1
Mark Forster erwähnt in einem Artikel über sein Autofocus-Zeitmanagementsystem, nebenbei auch eine einfache Methode Ordnung zu halten.
Einen Haufen anlegen
Schmeisst alles, was am falschen Ort liegt oder gar keinen fest zugewiesenen Platz hat, auf einen Haufen und sortiert die Sachen von diesem zentralen Ort aus wieder weg.
Vorteile:
- Bei dieser Methode muss ich mich schon speziell anstrengen um etwas falsch zu machen.
- Sie ist besonders geeignet um wenige Objekte regelmässig aufzuräumen.
Nachteile:
- Bei meinem größeren Chaos kommt da sehr viel Arbeit auf einmal auf mich zu. Das finde ich wenig motivierend.
- Falls ich es nicht schaffe den Haufen in einem Rutsch aufzuräumen, muss ich ihn eventuell durchwühlen, um an Benötigtes zu kommen.
Strategie 2
David Pierce hat bei Dumb Little Man einige tolle Aufräum-Tips zusammengetragen:
Digitalisieren
Übertragt Kritzeleien auf losen Zetteln in eine Computerdatei. Dort kann man wenigstens schneller danach suchen.
Wegwerfen
Geht durch das Zimmer und werft alles weg was Ihr nicht mehr braucht. Um alles Andere kümmert Ihr Euch später. Was nicht da ist, muss hinterher auch nicht aufgeräumt werden.
Ordnungssystem anlegen
Überlegt Euch ein Ordnungssystem für (mindestens) 10 Kategorien mit vielen Einzelelementen, wie Bücher, CDs oder DVDs, bevor Ihr auch nur einen Finger rührt. Es ist leichter aufzuräumen, wenn man weiß wohin mit den Sachen.
Feste Plätze
Wenn Ihr nicht allzu viel ununterbrochene Zeit zur Verfügung habt, könnt Ihr Euch erstmal nur eine Kategorie (z.B. CDs) vornehmen, einen Platz dafür auszusuchen und gleich alle zugehörigen Gegenstände dorthin stellen. Alle Gegenstände erhalten auf die Art (nach und nach) ihren Stammplatz.
Klein anfangen
Sucht Euch regelmäßig eine kleine Stelle aus, die aussieht als wollte sie gerne aufgeräumt werden. Räumt dort auf und nehmt Euch für das nächste Mal eine andere kleine Stelle vor.
Vorteile:
- Auch diese Methoden sind sehr einfach umzusetzen.
- Sie motivieren dadurch, dass man sich nur eine kleine Aufgabe stellt, die leicht umzusetzen ist.
- Ich kann flexibel auf meine persönliche Chaos-Situation reagieren: Wenn viele Dinge der gleichen Sorte rumliegen räume ich diese erstmal auf, ansonsten kann ich mir irgendeinen Ort vornehmen, dessen Anblick mich stört.
Nachteile:
- Mir ist nicht ganz klar wie genau der Arbeitsablauf ist, wenn ich dabei bin einen bestimmten Bereich zu ordnen. Was mache ich mit den Gegenständen, die dort nicht hingehören und heimatlos sind?
Strategie 3
Die dritte Strategie erfordert etwas mehr Erklärungsaufwand. Deshalb werde ich sie im zweiten Teil der Artikelserie vorstellen.
Was denkt Ihr von den vorgestellten Aufräum-Methoden? Und wie räumt Ihr am liebsten auf?
Schreibt es mir in die Kommentare.
Tags: Aufräumen, Aufschieberei, Erfahrungsbericht, Motivation, Organisation
Atom
Ich finde die “ein Tag – ein Zimmer”- Methode ganz reizvoll. Im meiner Wohnung gibt es 6 Räume. Wenn ich bis uaf Sonntag jeden Tag einen Raum aufräume, dann hab ich die Wohnung immer schön sauber und komme mit der Zeit auch gut hin.
Z.B. Montag-Schlafzimmer, Dienstag-Küche, Mittwoch-Bad. Donnerstag-Flur, Freitag-Wohnzimmer und Samstag-Arbeitszimmer.
Das hat den Vorteil, dass man nicht in einer Monster-Aktion jeden Raum säubern muss, sondern mit relativ kleinem Zeitaufwand die Wohnung aufgeräumt und sauber halten kann.
Wie gesagt, ich finde das reizvoll, aber in der Realität sieht es ganz anders aus. Ich bin schon froh, wenn ich daran denke alle zwei Wochen den Spüllappen zu wechseln und einmal die Woche den Boden zu saugen und zu wischen. Wenn ich das hinbekomme fühle ich mich gut. Von Ordnung oder gar Ordnungssystem will ich da noch gar nicht reden…. .
Hi Elli,
ein Raum pro Tag klingt gut. Wenn schon vorher eine Grundordnung da ist, dann wird das Aufräumen umso einfacher.
Das schwierige ist dann wohl die Grundordnung reinzubekommen. Da geht’s mir so ähnlich wie Dir
Strategie 4. Schrank auf – Alles rein. Umziehen und für den Schrank noch Ablöse kassieren
Huch, ich hatte ganz vergessen auf dein Kommentar zu antworten.
Diese Strategie kommt mir sehr vielversprechend vor
Den Schrank könnte man als Überraschungsei bei ebay verkaufen.
Danke Sascha