Letzte Woche hatte ich geschrieben, dass ich in Zukunft täglich französische, dänische und japanische Vokabeln lernen möchte. Aber Japanisch hat Dänisch aus Ellis und meiner Sprachkurs-Auswahl geschubst. Da es mich momentan nur wenig interessiert fliegt es auch aus meinem Vokabel-Lernplan.

Von Heute an werde ich wöchentlich diejenigen Vokabeln veröffentlichen, die ich in den sieben Tagen darauf lernen will.

Nur EINE Vokabel pro Tag?

Als ich mir ein System überlegt hatte, wie ich es schaffen könnte mir alle Vokabeln zu merken, kam mir eine wichtige Erkenntnis (besser spät als nie ;-) ):

Es reicht nicht aus mir nur eine Vokabel pro Tag anzuschauen. Ich muss sie auch systematisch wiederholen.

Ein Karteikartenkasten zum Vokabelnlernen ist da natürlich eine praktische Sache. Leider höre ich immer sehr schnell auf, die Dinger zu benutzen, da ich herumfliegende Zettel nicht mag. Also habe ich mir eine andere Methode überlegt:

Nur eine NEUE Vokabel pro Tag

Um täglich eine Vokabel zu lernen, schreibe ich jeden Sonntag alle Vokabeln für die kommende Woche (auf die einzelnen Tage aufgeteilt) in meinen Kalender. Jeden Tag öffne ich also das Teil und sehe dort eine Vokabel sitzen, die gelernt werden möchte. Also versuche ich sie in meinen Kopf zu kriegen. Und zwar indem ich sie 3 mal täglich (mehrfach) anschaue und wiederhole:

  • Kurz vor oder nach dem Frühstück
  • Kurz vor oder nach dem Mittagessen
  • Kurz vor oder nach dem Abendessen

Die Termine um die Mahlzeiten herum helfen mir eine Routine zu entwickeln. Irgendwann denke ich dann hoffentlich automatisch daran.

Eigentlich kann ich sie zur Not auch während des Essens lernen. Und Wartezeiten sind auch gut geeignet um mal kurz den Terminkalender auszupacken (ich darf nur nicht vergessen ihn mitzunehmen). Es gibt viele Wartezeiten, die man für eine kurze Lektion nutzen kann:

  • In der Warteschlange im Supermarkt
  • In der Warteschlange vor dem Bankautomaten
  • In der Bahn
  • Im Auto als Beifahrer
  • Beim Warten auf einen Termin

Kreative Eselsbrücken: Bilder und ungewöhnliche Geschichten

Als Merkhilfe denke ich mir zu jeder Vokabel eine möglichst verrückte Geschichte aus, um sie mir merken zu können. Dazu wird es am Ende des Artikels auch Beispiele und einen kleinen Kreativwettbewerb geben.

Danach suche ich bei Google Images (Japan) nach dem Begriff. Mit Bildern lerne ich leichter. Und manchmal erkennt man erst so, dass das Wort nicht exakt in die eigene Sprache übersetzt werden kann. (Z.B. bedeutet „chair“ im englischen nicht nur „Stuhl“ sondern auch „Sessel“.)

Wiederholen mit System

Nach dem „Wort des Tages“ wiederhole ich ein paar zuvor gelernte Vokabeln. Das heißt: Ich blättere in meinem Kalender nacheinander

  • 1, 2, 3, 5 Tage und
  • 1, 2, 4 Wochen

zurück und prüfe meinen Lernerfolg. Dabei wird (theoretisch) meine Erinnerung an das zuvor gelernte aufgefrischt.

Täglich kommen also 8 Vokabeln (statt der geplanten Einen), auf mich zu. *Seufz* Immerhin sind 7 davon nicht neu. Ich hoffe, dass ich trotzdem motiviert bleiben kann.

Alles was ich mir nach einer Woche nicht merken kann schreibe ich am nächsten Vokabel-freien Tag noch einmal in meinen Kalender. Wenn ich’s auch danach wieder wochenlang nicht schaffe mich an das Wort zu erinnern, muss ich wohl drastische Mittel ergreifen: Karteikarten damit beschriften oder einfach ignorieren ;-) .

In jedem Fall kommen sie erstmal in ein Extra-Heft und warten danach auf intensivere Beachtung (in unbestimmter Zukunft ;-) )

Alternative: Vokabeln online lernen

Japanisch macht mir eigentlich so viel Spaß, dass ich da gerne auch mehr Zeit investieren will. D.h. ich möchte mehr Wörter pro Tag lernen. Dafür gibt es eine tolle Seite: smart.fm.

Dort kann man pro Übung 5 oder 10 Vokabeln gleichzeitig lernen. Die Seite schlägt mir vor 30 Vokabeln täglich zu üben. Da das aber sehr Zeitintensiv ist, beschränke ich mich auf 10-15 täglich.

Sie werden dabei automatisch mehrfach angezeigt. Denn jede Lektion besteht aus einer Mischung aus neuen und bereits gelernten Vokabeln. Diese werden über Wochen hinweg in immer seltenerem Abstand wiederholt, bis sie als gelernt gelten.

Der Vorteil gegenüber meinem Kalender-System besteht darin, dass smart.fm interaktiv ist und Problemfälle öfter wiederholt werden.

Auch wenn man sich immer noch seine eigenen verrückten Eselsbrücken ausdenken muss und es viel Zeit kostet, ist smart.fm meiner Meinung nach einen Versuch wert.

Vokabelliste Woche 1

Erste Vokabelliste zum Aufwärmen: Deutsch, Englisch, Französisch und Japanisch
(Englisch habe ich als Lernhilfe für internationale Besucher mit aufgeführt.)

Zu den japanischen Vokabeln habe ich mir ein paar Eselsbrücken ausgedacht. Je verrückter die Geschichte, desto besser prägt sie sich ein (und mit ihr die zugehörigen Wörter).

Bei smart.fm kann man sich die Vokabeln (oft mit Beispielsätzen) anhören.

Montag: Baum

En: tree
Fr: arbre
Jp: ki  (き / 木)

Bei arbre stelle ich mir einen Arbeiter in blauem Overall vor, der im Baum sitzt und ki ruft. Ich versuche mir das so bildlich wie möglich vorzustellen: den Wind, der durch die Blätter streift zu spüren; den Arbeiter vor mir zu sehen, wie er in einem Nest hockt und mit lautem ki-Geschrei einen Bonsai-Baum bebrütet.

Je irrer das Bild, desto leichter kann ich es mir merken.

Eigentlich hatte ich ja nicht geplant die Sprachen zu vermischen. Andererseits – warum nicht?!

Dienstag: Katze

En: cat
Fr: chat
Jp: neko (ねこ / 猫)

Chat klingt ähnlich wie Schaf: Ein Katzen-Schaf-Mutant (Katzenkopf und Katzenschwanz auf Schafskörper) steht auf einer Wiese und versucht mit lautem miau-määh die Nachbarkatze anzulocken. Die wendet sich aber schockiert ab.

Später kommt die Katze wieder um den Katzenmutanten zu necken, indem sie ihm Nektar (von dem sie behauptet es sei Zaubertrank) teuer verkauft.

Mittwoch: Hund

En: dog
Fr: chien
Jp: inu (いぬ /犬)

Inu: Ein Inuit feiert Halloween im Iglu-Club und verkleidet sich als Hund (oder gleich als Inuyasha für die Manga-Freunde unter uns^).

Donnerstag: Haus

En: house
Fr: maison
Jp: ie (いえ / 家)

Mein Haus hat plötzlich ein riesiges IE-Zeichen (Internet Explorer) auf dem Dach und in der Regenrinne kann man eine URL eingeben, die dann an der Hauswand erscheint.

Freitag: Blume

En: flower
Fr: fleur
Jp: hana (はな / 花)

Hanau wird ab jetzt nur noch als Blume auf der Landkarte angezeigt.

Samstag: Buch

En: book
Fr: livre
Jp: hon (ほん  / 本)

Ich kann mein Japanisch-Buch nicht mehr aufschlagen, weil die Seiten mit Honig verklebt sind. Zusätzlich fahren Bienen mit klitzekleinen Hondas vor dem Regal umher und bewachen die Honig-Bücher.

Sonntag: Auto

En: car
Fr: voiture / automobile
Jp: kuruma (くるま  / 車)

Eines Tages klopft eine besoffene Kuh an meine Tür und will unbedingt Rum(b)a tanzen. Um ihren Huf hat sie sich eine Rum-Flasche geschnallt.

Kreativwettbewerb: Vokabeln gedanklich binden

Vielleicht könnt ihr ja etwas mit meinen Beispielen anfangen. Ansonsten solltet ihr euch eigene Eselsbrücken bauen, damit das Gelernte nicht wieder aus eurem Kopf verschwindet. Ungewöhnliche Gedankenbilder binden die Vokabeln in eurer Erinnerung. Wem gute französische (oder auch japanische, englische, oder eine beliebige Sprache) Geschichten zu den hier aufgeführten Vokabeln einfallen darf sie gerne in die Kommentare schreiben.

Am Sonntag, dem 16.08.09 schaue ich mir alle Kommentare nochmals an um meinen Lieblingsvorschlag auszuwählen (aus Mangel an Abstimmungsplugins). Ich bin aber bereit auf andere Meinungen zu hören. Der Gewinner erhält einen Link in meiner Seitenleiste – eine Woche lang. (Bis zum nächsten Wettbewerb…).

Da ich noch nicht viele Besucher habe, ist das jetzt nicht unbedingt ein Mega-Preis, aber ich freue mich über jeden, der trotzdem mitmacht.

Viel Spaß beim Lernen. :-)

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