In meinem Leben ist vieles chaotisch: Von Arbeitsplatte in der Küche bis Zettelwirtschaft würde mir wahrscheinlich zu fast jedem Buchstaben des Alphabets etwas einfallen. Nichts davon stört mich momentan so sehr wie unsortierte Bookmarks.

Jahrelang landeten interessante Webseiten in irgendwelchen planlos gewählten Ordnern oder – schlimmer – direkt im Lesezeichenmenü. Genauso gut hätte ich mir die wenigen Klicks zum hinzufügen auch sparen können.

Denn meine Bookmarks waren bisher meist nutzlos. Wenn ich nach einem Thema suchte wusste ich meist nicht, ob ich überhaupt Lesezeichen dazu gesammelt hatte. Und falls doch (eher selten), konnte ich sie nicht wieder finden. Mein Safari (Browser) hat zwar eine Suchfunktion, die auch den Text der Webseite durchsucht, aber dadurch gibt er auch sehr viele irrelevante Suchergebnisse zurück, durch die man sich erst hindurchwühlen muss.

Also beschloss ich alle Bookmarks loszuwerden, die mein armes Menü verunstalten: die Platz verschwenden ohne zu nutzen und einfach nur beim Suchen stören.  Ich nenne sie einfach mal Wastemarks. Den Rest wollte ich auf thematisch sortierte Ordner verteilen. Dabei orientierte ich mich an bestehenden Kategorien in meiner Lesezeichenleiste.

Schnell hatte ich eine Liste mit Themen erstellt, die später zu Ordnern in meinem Menü werden sollten. Themen kamen auf die Liste, wenn sie

  • Interessant sind (Fotografieren, Zeichnen, Webdesign, Blogs)
  • Nützlich für meine kurzfristigen und langfristigen Ziele sind (Schreiben, Kindererziehung, SEO)
  • Wichtig sind (Bank, Mail, Stadtbibliothek)
  • Wahrscheinlich in der Zukunft interessant werden (Sprachen, Heimarbeit)

Zusätzlich kam ein weiterer Ordner dazu, der nur temporäre Bookmarks enthält: Ein mal lesen und weg damit. (Sehr effektiv um zukünftige „Wastemarks“ zu verhindern.)

Danach kam der schwere Teil: Alle Bookmarks mussten angeklickt werden um sie auf Funktionieren und Inhalt zu überprüfen. Es erstreckte sich ein Berg  aus hunderten (tausenden?) Bookmarks vor meinen Augen. Wo kamen die alle her? Was hatte ich mir da bloß vorgenommen? Am liebsten hätte ich wieder aufgehört.

Nur hatte ich mir schon die Themen rausgesucht  und mich auf meine neue Bookmarkleiste gefreut. Die Vorstellung eines einfacheren Lebens am Computer war recht motivierend und ich zog es durch. Immerhin blieb mir das befriedigende Erlebnis, häufig die Delete-Taste drücken zu können. Ich schaffte es, täglich 150-300 Lesezeichen zu löschen oder wegzusortieren.

Bookmarks kamen gleich in den Mülleimer, wenn:

  • Der Link nirgendwo hinführte
  • Kein Interesse mehr am Thema bestand (ließ sich leicht entscheiden – da meist kein passender Themenordner vorhanden war…)
  • Die Informationen veraltet waren
  • Etwas Interesse besteht, aber schon zu viele Bookmarks da waren (Bei einem Thema, in das ich nur wenig Zeit investieren will, reichen meist 1 bis 2 gute Seiten aus)
  • Schlechtes Design störte (oft Geschmackssache, aber auch eine Sache der Lesbarkeit: anstrengende Farben, Text zu klein, schwer lesbare Schriftart, chaotische Navigation … )
  • Das Thema auf langweilige Art vermittelt wurde
  • Mich irgendetwas anderes störte und ich keine Lust hatte darüber hinwegzusehen

Nachdem alles untergekommen war, sortierte ich die Themenordner mit Hilfe einer Mind-Map in Kategorien. Wichtige und nützliche Themen bzw. Kategorien habe ich jetzt in der Bookmarkleiste immer im Blick – während  der Rest im Menü auf Beachtung wartet.

Jetzt verschwende ich weniger Zeit mit meinen Bookmarks und habe dafür mehr Zeit zum Bloggen :-)